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11 Jun

Hotel Hautzenbichl 14

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

Jedoch zurück zu meiner und Mutters sommerlicher Bronchitis Kur am Meer. Das Ziel, wie könnte es bei uns Berufsösterreichern schon anders sein, die obere Adria – punktgenau Caorle. Dorthin reiste meine steirische Familie schon seit Anfang der 1950er Jahre – und das wird auch nicht geändert. Es gab zwei peinliche Ausrutscher, einmal landeten wir in Bibione (Kosmopoliten nennen es schlicht: Bye Bye One) das andere Mal wurde Jesolo (Für Italophile: Tschesolo) gebucht. Schwerer Fehler, reuig kehrte man nach Caorle (Tschaorle, wie der Italiener sagt) zurück.

Wir stiegen in der Villa Jolantha ab. Ein etwas desolater Bungalow umgeben von einem recht struppigen Garten. Auch nicht ganz vorn an der Strandpromenade gelegen. Im hinteren Bereich schlängelte sich eine weiße Außentreppe offenbar in den ersten Stock, der aber nicht über das ganze Gebäude reichte. Diese weiße Metalltreppe übte eine wahnsinnige Anziehungskraft auf mich aus, ich durfte sie aber nicht eigenständig erklimmen, da ich erst drei + war.

Caorle

Irgendwann reiste meine liebe Tante Christiane – sie ist leider 2019 verstorben – als sie ganz jung war, sah sie aus wie Brigitte Bardot – nur noch hübscher – mit meinem Cousin Berndi und meiner Cousine Verena an. Verena muss noch ein Baby gewesen sein, ich kann mich nicht wirklich an ihre Anwesenheit erinnern. Christiane war immer voll entspannt, hatte einen außergewöhnlich guten Geschmack und rauchte pausenlos. Eigentlich rauchten alle ununterbrochen. Wir kleinen Kinder durften ab und an von den Zigaretten der Eltern anziehen. Niemand stufte das als gefährlich oder sonderbar ein. Sowie man auch von Wein und Bier kosten durfte. Heute würde man dafür wahrscheinlich gelyncht werden. Auch ein bissl übertrieben.

Berndi hatte seine Matchbox Caterpillar Sammlung mit. Er ist zwei Jahre älter als ich und muss damals so fünfeinhalb Lenze gezählt haben. Niemals wollte er mich mit den Caterpillars spielen lassen. Das kränkt mich heute noch. Kaum hatte mein kindliches Patschehändchen das Spielzeug ergriffen, brüllte er mich an: „Loss mein Cat in Ruah!“ Ich entschloss mich zu plärren und es Tante Christiane zu petzten. So eine blöde kleine Tussi war ich.

Irgendwann begab ich mich mit Berndi gemeinsam auf einen ausgedehnten Spaziergang in der Umgebung – grundsätzlich verstanden wir uns gut – nur die Cats bildeten eine gewisse Spannung zwischen uns. Wir informierten weder Tante Christiane noch meine Mutter über unser Vorhaben – insgeheim wussten wir, dass wir nicht alleine unterwegs sein durften – und zogen einfach los.

Neben der Guardia Costiera bis zur Guardia di Finanza war wahrscheinlich auch noch eine Spezialeinheit der Frecce Tricolori unter Lindes persönlichem Kommando abgestellt, um uns zu suchen. Die Suche gestaltete sich erfolgreich und wir wurden in der Nähe eines Fahrrad Verleihs aufgespürt. Diese seltsamen autoähnlichen Vierräder mit Dach hatten es uns angetan. Berndi und ich fingen uns eine deftige steirische „Detschn“ ein. Von da ab standen wir unter ständiger Observation. Nicht lustig.

Das 15. Kapitel folgt am 14. Juni 2020!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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