Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
23 Sep

Hotel Hautzenbichl 139

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

139. Kapitel

In der rechten hinteren Ecke des Rückspiegels – ganz klein – sehe ich Linde Hände ringend wie einen Gummi Ball auf und ab hüpfen. Das war einmalig, das hatte ich zuvor noch nie beobachten dürfen. In der Zwischenzeit, ich hatte nun aufgegeben das Auto aus seiner Verkeilung zu befreien und das Fenster heruntergekurbelt, höre ich Tankreds verzweifelte Rufe: Nicht nach hinten fahren – stehenbleiben – anhalten – stoooooppppp… Gut, dieser Anweisung war ich ja nun gefolgt. Ich zwängte mich aus dem Wagen. Das ging noch so einigermaßen, allein die Garage zu verlassen zwang mich über den Kofferraum zu klettern. Bei dieser Gelegenheit knickte ich noch die Antenne ab. Das war aber auch schon fast egal – außerdem war ich in Panik – förmlich traumatisiert. Nur zeigte Tankred dafür im Moment eher wenig Verständnis. Das rohe Tier.

Tränenüberströmt rannte ich zur Terrasse. Dort nahm das Drama seinen Lauf. Mutter begann mir sofort vorzurechnen, was die Reparatur kosten würde – viel – unsere Autos waren immer nur Haftpflicht versichert – das Konzept von Teilkasko oder Vollkasko war meinen Eltern fremd – beide konnten ziemlich gut Auto fahren – daher sahen sie keine Veranlassung solche Versicherungen abzuschließen – sie hatten offensichtlich nicht mit mir gerechnet. Irgendwann hatte mein Vater den gefolterten Audi aus seiner prekären Situation befreit und beäugte mit grimmiger Miene den entstandenen Schaden. Mit den Worten: „Dann werd ich mal den Louis anrufen“ – damit meinte er meinen Interporsche Onkel – „und einen Termin ausmachen“, kehrte er auf die Terrasse zurück.

Ich entschloss mich hysterisch zu schluchzen – ich musste ja noch den „Stupser“ vom Parkplatz und das Parkticket beichten. Meine Eltern konnten nicht fassen, was ich in knapp 45 Minuten an monetären Kosten angehäuft hatte. Das Strafmandat musste ich aus eigenen Mitteln berappen. Den Rest übernahmen sie. Das hätte ich mir auch nie leisten können, da hätte ich die nächsten drei Jahre als Galeerensklave auf einem Schoner zwischen Ho-Chi-Minh-Stadt und Sandakan im südchinesischen Meer schinden müssen. Ich verkündete, immer noch vom Schluchzen gebeutelt, dass ich nie wieder ein Auto lenken würde. „Blödsinn“, knurrte mein Vater, „morgen kaunnst glei umi foan zum Louis und as Auto hinstön.“ Und das war das.

Das 140. Kapitel folgt am 26. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply