Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
20 Sep

Hotel Hautzenbichl 138

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

138. Kapitel

Ich startete den Boliden und machte mich auf den Heimweg um Tankred und Linde von meinen Schandtaten zu berichten. Am Weg überlegte ich, wie es mir gelingen könnte, die letzte halbe Stunde erzählerisch in ein für mich positiveres Licht zu rücken. Mir fiel wirklich nichts ein. So fuhr ich vom schlechten Gewissen geplagt in den Hof. Im Rückspiegel sah ich meine Eltern auf der Terrasse sitzen. Die Garagentore standen offen.

So muss man wissen, dass diese Garage ursprünglich für einen VW Käfer konzipiert wurde, sich also in ihrer Länge und Breite wie ein eleganter Damenhandschuh um den Audi stülpte. Links, rechts, vorne und hinten nur Platz für einen Hauch von Parfum (oder Sprit). Um in die Garage zu gelangen, galt es eine kleine Steigung, die man mit Schwung nehmen musste, zu überwinden. (Deshalb barg der Mercedes Benz im Winter auch immer zwei Zementsäcke im Kofferraum, da diese Steigung auf Grund des Hinterradantriebs bei Vereisung ansonsten nicht überwunden werden konnte.) Ohnehin schon höchst verunsichert fahre ich kerzengerade auf die offenen Garagentore zu, die Öffnung klafft wie ein hungriges schwarzes Maul, in dem die Monster aus meinen Kindheitsträumen lauern und das mich förmlich verschlingen möchte vor mir. Der Audi hatte nur einen Außenspiegel auf der Fahrerseite und ich konzentrierte mich voll darauf den Wagen mit dem gebührenden Abstand (ich hatte ausschließlich die linke Seite im Visier – was sich sogleich als fatale Fehleinschätzung herauskristallisieren sollte) ins schwarze Maul zu manövrieren.

Dabei beachtete ich allerdings nicht, dass ich auf der rechten Seite viel zu knapp an die Wand gelangt war. Ich hörte dieses aufreibend schürfende Geräusch, das Plastik auf Beton erzeugt. Ein Blick nach rechts bestätigte meinen Verdacht. Im Beifahrer Fenster erschien nach und nach die geschredderte Seitenzierleiste aus einst hochwertigem Kunststoff. Sie war nur mehr ein Schatten ihrer selbst, anscheinend hatte ich ihr durch mein Manöver den Status der Pulverisierung angedeihen lassen.

Im Rückspiegel beobachtete ich Tankred, wie er sich in Zeitlupe aus seinem Gartenmöbel erhebt. Offensichtlich erfasste er jetzt erst das volle Ausmaß der Katastrophe. Um alles wieder gut zu machen lege ich den Retourgang ein und beschleunige rückwärts. Ein krasser Fehler. Nun dringt das Geräusch Metall auf Beton an meine Ohren. Nicht schön. Aus irgendeinem Grund fühle ich ein starkes Bedürfnis in mir, weiter rückwärts zu fahren – das Geräusch verstummt nicht. Nun höre ich Tankreds verzweifelte Schreie, ich bilde mir ein auch unterschwellige Klagetöne herausfiltern zu können. Mittlerweile hat er schon die Hälfte der Distanz zwischen der Terrasse und der Garage zurückgelegt – er war immer ein guter Sprinter.

Das 139. Kapitel folgt am 23. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply