Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
17 Sep

Hotel Hautzenbichl 137

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

137. Kapitel

Die Ferien neigten sich wieder einmal dem Ende zu und ich verbrachte die verbleibende Zeit damit, CO2 zu verströmen, indem ich, wann immer es möglich war, mit Tankreds Audi unterwegs war. So begab es sich, dass ich sämtliche Besorgungen für meine Mutter übernahm und auch die kürzeste Strecke mit dem Auto zurücklegte. An einem der wenigen sonnigen Tage trug sie mir auf, irgendwelche Briefe zur Post zu bringen. Natürlich hätte ich diese auch in das einzige Postkasterl in Hautzenbichl stecken können. Mit dem Argument, dieses würde doch nur alle paar Tage entleert und die Briefe würden wesentlich flotter beim Adressat ankommen, wenn ich sie zur Post in die Stadt brächte, schnappte ich mir das Auto und machte mich auf den Weg.

Nun muss man erwähnen, dass der Audi 100 ein recht langes kompaktes Gefährt war – für die damalige Zeit zumindest – heute kommen mir die wenigen, die noch unterwegs sind und nun den Status eines „New Timer“ erlangt haben, richtig winzig vor. So parkte ich also auf einem in sich geschlossenen Parkplatz – er wurde im Zuge der Errichtung einer Micro-Mall angelegt, ein. Dieser Parkplatz zeichnete sich durch Enge und Verwinkelung aus, er war anscheinend nach dem Konzept eines Labyrinths angelegt. Ich fühlte mich als würde ich einen 40 Tonner durchs Playmobil-Land manövrieren. Schnell brachte ich die Briefe zur Post und wollte sodann gleich die Heimfahrt antreten.

Als ich ausparkte, berührte ich ein anderes Auto. Ich verfiel in Panik, sprang aus dem Audi überprüfte erst ihn auf Schäden – so hatte mich das der Tankred gelehrt – danach das andere Auto. Ich konnte bei keinem der Fahrzeuge einen Schaden erkennen. Das schlechte Gewissen beutelte mich jedoch wie einst der Drache Lallobe den Kasperl und ich rannte zurück zur Post, in diesem Gebäude befand sich nämlich auch die Gendarmerie, um Selbstanzeige zu erstatten. Ich kam sofort dran – die Verbrechensrate in Knittelfeld war zu diesem Zeitpunkt durchaus überschaubar – so wie heute wahrscheinlich auch noch!

So erzählte ich den verwunderten Gendarmen den Tathergang. Die entscheidende Frage, die mir gestellt wurde war jedoch, ob man an einem der beiden Fahrzeuge einen Schaden erkennen könne. Was ich guten Gewissens verneinte. Die folgende Frage ergab sich aus meiner Antwort: „…und warum sind Sie dann da?“ – „Naja… ich dachte halt, man muss es melden, wenn man ein anderes Auto anstupst.“ Der Beamte blickte nochmals auf meinen frischgedruckten Führerschein, Mitleid überschattete seine müden Augen und meinte: „Kummans wieder wenn wirklich amoi wos passiert ist.“ Dies schien meine Entlassung zu sein, immer noch zitternd sprang ich auf und rannte zurück zum bahia-beigen Audi. Unter Stress eskaliert mein angeborener Bewegungsdrang und ich neige dazu jegliche Distanz rennend zurück zu legen.

In der Zwischenzeit hatte ich ein Strafmandat bekommen, ausgestellt von einem gelangweilten Gendarmen, der sich in Abwesenheit vom Posten um Parksünder kümmerte. Ich hatte in meiner vermeintlichen Schuld und Eile vergessen die Parkuhr nachzustellen. Ich dachte mir, schlimmer kann es nicht mehr kommen, das sollte sich als Irrtum erweisen.

Das 138. Kapitel folgt am 20. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply