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14 Sep

Hotel Hautzenbichl 136

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

136. Kapitel

Direkt nach der Führerscheinprüfung fing ich abermals bei Peter und Lotti (trauriger Weise mittlerweile nach über 70 Jahren Ehe kurz nach einander verstorben) zu arbeiten an. Resa war natürlich auch wieder dabei, eine automatische Spaßgarantie. Wieder trällerten wir den ganzen Sommer lang Frank Zappas „Bobby Brown“ – der Text war einfach so wunderbar explicit. Wir waren bereits ein Jahr älter, kannten die Abläufe im Cafè/Konditorei/Bäckerei Imperium aus dem „FF“ und deswegen hielten sich die Dramen und Tragödien auch in Grenzen. Am Ende des Monats lud mich Resa ein, doch ein paar Tage mit ihr an den Ossiacher See zu fahren. Wir könnten ihre Großmutter besuchen und auch in deren Haus am See wohnen. Für diese Idee zeigte ich mich natürlich sofort offen.

Aus Ermangelung eines eigenen Autos – Tankred war nicht zu überreden mir den bahia-beigen Audi für diesen Kurzurlaub zur Verfügung zu stellen – bestiegen wir den Zug und gondelten damit an den Ossiacher See. Omi holte uns vom Bahnhof ab. Es befanden sich noch unheimlich viele andere Verwandte und Freunde in dieser Villa am See. Vor allem ein Arsch voll kleiner Kinder, die maßlos lästig waren und deren Handling eine gewisse Herausforderung darstellte. Ich begann mich erst für Kinder zu interessieren, nachdem ich eigene in die Welt gesetzt hatte. Und selbst hier erwies sich meine Aufmerksamkeitsspanne als enden wollend.

Das Wetter in diesem Sommer gestaltete sich eher mäßig, erfreute uns mit überdurchschnittlichen Mengen an Regen und man konnte es, ohne sich aus dem Fenster zu lehnen als richtig beschissen bezeichnen. Deshalb entwickelte sich auch nur wenig schlechtes Gewissen nach durchzechten Nächten in den örtlichen Discotheken bis in den frühen Nachmittag hinein zu schlafen. Anschließend „halfen“ wir Omi im Haushalt. Das gestaltete sich so. Resa und ich saßen kaffeetrinkend am Küchentisch und sahen Omi beim Kochen zu – das war eine ihrer Haupttätigkeiten. Das Hausmädchen erledigte den Rest. Omi war offensichtlich wohlhabend.

Ein Typ namens Rudi, seine Eltern waren Grazer Anwälte oder ähnliches und auch „langjährige Freunde der Familie“ tauchte bei diesen früh-nachmittäglichen, höchst gemütlichen – die Bälger waren zum Mittagsschläfchen verdonnert worden – Sit-ins immer wieder auf. Es handelte sich hier um eine steirische Infiltration auf Kärntner Hoheitsgebiet. Rudi sah recht hübsch aus – einer männlichen Balkanschönheit nicht unähnlich. Er bemühte sich schamlos um mich und lud sich für den letzten Abend ein, Resa und mich in eine Discothek am anderen Ufer des Sees zu begleiten.

Wir bestiegen Rudis Boot und er borgte mir seine Jacke – Rudi befand sich im Aufreiß-Gentleman-Modus. Wie gesagt, das Wetter war nicht so prickelnd. Es kam wie es kommen musste, natürlich fing ich mir was mit Rudi an. Es war nicht so, dass er mich faszinierte oder ich seine Gegenwart als Nerven zerfetzend empfand, nein – er war einfach da und mir war gelinde gesagt fad. Außerdem fiel es mir nicht besonders schwer, Christos, der sicher wieder in einer Hietzinger Konditorei, umgeben von einer bewundernden Schar von Perlenketten, Torte in sich hinein stopfte, zu vergessen. Das Rudi Intermezzo dauerte nur diese eine Nacht, wir fuhren am nächsten Tag noch gemeinsam mit dem Zug nach Hause, er stieg in Graz aus. Ich lehnte es ab seine Telefon Nummer anzunehmen. Wozu auch? Ich hatte nicht vor, ihn jemals wieder zu treffen. Und so geschah es auch.

Das 137. Kapitel folgt am 17. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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