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5 Sep

Hotel Hautzenbichl 133

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

133. Kapitel

Andi und ich erwachten um 8h – also zu dem Zeitpunkt als die Schule gerade begonnen hatte und eilten gehetzt, wiedermal mit einer gepflegten Restfettn und Kiff im Blut zum Bahnhof. Gegen 11h traten wir den Unterricht an. Mit irgendeiner fadenscheinigen Ausrede, warum wir die ersten drei Stunden verpasst hätten. Plötzlich betritt die Direktionssekretärin die Klasse und lädt mich ein ihr zu folgen.

Unterwegs klärte sie mich auf, dass meine Mutter wohl am Abend zuvor versucht habe mich telefonisch zu erreichen, sowie auch mehrere Male am Morgen, was ebenfalls erfolglos blieb. Danach probierte sie es in der Schule, offenbar bevor ich eingetroffen war. Direktionssekretärin warf mir einen missbilligenden Blick zu. Mein Hangover dachte sich, spar dir das du alte frustrierte jungfräuliche Ziege.

Mit zitternden Fingern nahm ich den Hörer entgegen, Mutter war offensichtlich in der Zwischenzeit von meinem Eintreffen unterrichtet worden und wartete am anderen Ende der Leitung. Bei Auseinandersetzungen mit ihr, zog ich immer die telefonische Konfrontation der physischen vor a) konnte sie mir keine knallen und b) hatte ich die Möglichkeit den Hörer dramatisch in die Gabel zu schleudern, sollte mir alles zu viel werden. Mit zitternden Fingern griff ich zum Fernsprecher. Meine Stimme klang, als hätte ich 100 Zigaretten geraucht und ordentlich dazu gebechert. Was ja auch der Fall war. So stieß ich ein tief krächzendes „hallo“ aus.

Danach konnte ich mental abschalten, geschätzt dauerten ihre Tiraden zwischen acht Minuten bei leichten Delikten, optional bis zu 30 Minuten bei schweren Delikten. Ich stellte mich auf die längere Version ein. Glücklicherweise kürzte die alte frustrierte jungfräuliche Ziege mein Leiden ab, indem sie lautstark zischte, man möge sich bitte kurz halten, es gäbe nur dieses eine Telefon in der Schule und es sei strengstens untersagt es dauerhaft zu blockieren. Ich beschloss die kommenden zwei Wochenenden in Wiener Neustadt zu verbringen in der Hoffnung, die Linde würde sich in der Zwischenzeit wieder entspannen.

Das 134. Kapitel folgt am 8. September 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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