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1 Jun

Hotel Hautzenbichl 114

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

114. Kapitel

Das Leben spielte sich im Groben etwa so ab: Von Montag bis Samstag Schule – und zwar nicht zu knapp. Danach ins Cafè Witetschka ein bisschen chillen – was man damals natürlich noch nicht so nannte. Freitag und Samstag alternativ ins P3, nach Wiesen ins Jazz Pub, ins Zick-Zack nach Mödling oder ins Kamakura nach Oberwart. Manchmal schafften wir es nach Wien, wo die Blue Box und natürlich das U4 angesagt waren.

Die Zeit entwickelte eine eigenartige Dynamik. Einerseits schnalzte sie in rasendem Tempo dahin, andererseits legte sie eine nie enden wollende Viskosität an den Tag, die man bildlich am besten mit Salvador Dalis Gemälde „Die zerrinnende Zeit“ darstellen könnte. Wahrscheinlich hing es davon ab mit wem man sich wo aufhielt.

In dieses Zeit-Raum-Kontinuum platzen unerwartet die Osterferien. Ab nach Hautzenbichl. Belli, Lulli und Fluschi , die Getreuen, erschienen wieder auf der Bildfläche. Wir trafen uns meist bei Belli, wie schon erwähnt war es dort immer recht gemütlich. Ihre Mutter verbreitete eine gewisse Lockerheit und meckerte nicht ständig herum, wenn wir die Küche mit den edlen Produkten der Austria Tabak zu nebelten, die man zu diesem Zeitpunkt per Packung zwischen 15 und 20 Schilling (1,09 – 1,45 Euro) erstehen konnte.

Am Samstag vor dem Palmsonntag entschlossen wir uns die örtliche Diskothek auf zu suchen. Die in Knittelfeld herrschende Langeweile zwang uns dazu, den Nachmittag ausgedehntem Styling inklusive Hair & Make Up zu widmen. Im ultimativen 80er Look verließen wir das Haus, Lullis Vater musste wie so oft als Chauffeur fungieren.

Die Probleme dieses Etablissements begannen wie schon erwähnt beim Namen (Auwirt), gefolgt vom Konzept (Disco, Kegelbahn, Wirtshaus, Sauna…alles in einem) und endeten bei der Musik, die man einfach nur als schauderhaft beschreiben kann. Diese wurde von einem Mittelgebirgs-DJ präsentiert, der nicht um hin konnte, jeden neuen Song mit launigen Kommentaren anzukündigen. Selbstverständlich durfte man sich auch Lieder wünschen, was die Situation nicht unbedingt verbesserte. So wurde man pausenlos vom Musikgeschmack von Zenzi aus Flatschach, Mirli aus Maria Buch oder Herwig aus Kleinfeistritz gepeinigt.

Deren Wünsche verliefen in keiner Weise deckungsgleich mit unseren Vorstellungen zeitgenössischer Musik, wir waren selbstverständlich auch offen für diverse Klassiker. Was wir rigoros ablehnten, waren deutsche Schlager, deren Derivate und volkstümliche Musik, offenbar Zenzis, Mirlis und Herwigs Favoriten.

Das 115. Kapitel folgt am 4. Juni 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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