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29 Mai

Hotel Hautzenbichl 113

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

113. Kapitel

Zurück in Wiener Neustadt – mein Teint war in ein ansprechendes „von der Sonne geküsst“ mutiert, werkelte ich weiter an irgendwelchen Wollstoff-Ensembles und quälte mich mäßig erfolgreich mit Buchhaltung, Staatsbürgerschaftskunde und Volkswirtschaftslehre und derlei ab. In Volkswirtschaftslehre unterrichtete uns nach wie vor Monsieur Toupet. Er hegte seit dem Ende des ersten Semesters einen elementaren Groll gegen mich, was auf eine Begebenheit kurz vor den Ferien zurück zuführen war.

Etwa zwei Wochen vor der Zeugnisverteilung verkündete er mit dramatischen Gesten unsere Noten. Für mich hatte er sich ein „befriedigend“ ausgedacht. Es herrschte eisiges Schweigen in der Klasse, jede von uns überlegte wie er wohl zu der jeweiligen Entscheidung gekommen war. Ich erhob mein dünnes Ärmchen um ihn auf mich aufmerksam zu machen und erkundigte mich recht schroff, auf Grund welcher Überprüfung meines Wissens er zu diesem „befriedigend“ gelangt sei. Ich hätte mich regelmäßig gemeldet, wäre aber nie aufgerufen worden, was der Wahrheit entsprach.

Zusätzlich erwähnte ich, dass es im ganzen Semester keine offizielle Wissensüberprüfung gegeben hätte, weder mündlich noch schriftlich. Er meinte ich sollte jetzt doch bitte nicht präpotent werden, die Benotung obliege doch einzig und allein seiner Person. Da konnte ich ihm leider nicht zustimmen und unterstellte ihm, dass er hier wohl die Würfel hatte sprechen lassen, anders seien die einzelnen Ergebnisse nicht zu erklären. Weiters führte ich aus, dass ich nun auch schon seit 12 Jahren zur Schule ginge und mir in dieser Zeit doch so einiges untergekommen sei – aber absolut niemals davor wäre ich von einem derartigen inkompetenten Lehrer unterrichtet worden.

Das kam nicht so gut. Wutentbrannt stürmte Monsieur Toupet aus dem Klassenzimmer. Nach 15 Minuten der Entspannung kehrte er wieder in den Unterricht zurück und teilte mir mit süffisantem Grinsen mit, ich möge mich umgehend bei der Direktorin melden. Das klang jetzt nicht so vielversprechend. Zögernden Schrittes schleppte ich mich in den zweiten Stock zur Direktion, klopfte an und wurde hinein gebeten.

Frau Direktors Miene war düster. Sie befragte mich zum Vorfall und wie es dazu gekommen sei. Ich schilderte ihr, dass wir die fixen Noten verlesen bekommen hätten ohne zuvor eine Prüfung oder einen Test abgelegt zu haben. Hier wurde sie stutzig. Davon hatte Monsieur Toupet sie nämlich nicht in Kenntnis gesetzt. Lediglich meine unflätigen Worte – als wären sie aus dem Nichts gekommen – ereilten ihre Direktoren-Öhrchen.

Mit den Worten: „So kann das aber nicht gehen“, schickte sie mich zurück in die Klasse mit der Bitte ich möge doch Herrn Professor nochmals zu ihr schicken. Aber gerne doch! Als er von diesem Direktorinnen Trip zurück kehrte wirkte er durchaus kleinlaut und bot uns an eine Prüfung abzulegen um unsere Noten zu verbessern. Wohl eher um überhaupt fest zu stellen, auf welchem Wissensstand wir uns befänden. Creep!

Das 114. Kapitel folgt am 1. Juni 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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