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23 Mai

Hotel Hautzenbichl 111

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

111. Kapitel

Dieses entspannte Frohlocken fand jedoch ein jähes Ende, als ein dickliches ältliches Arab-Männlein im Brioni Anzug und fettig-schütterem Haar, plötzlich auf mich zu schoss, sich einen Sonnenstuhl unter den Arsch wetzte und sich somit in unserem Dunstkreis einnistete. Sofort initiierte er eine Unterhaltung in Englisch, fragte woher ich käme, wie ich hieße und vor allem wie alt ich sei. Ich war ob der Attacke noch so baff, dass ich artig alle Fragen beantworte. Meine Mutter, die 70 cm neben mir saß, ignorierte er vollkommen.

Seine nächste Frage betraf den Status meiner Jungfräulichkeit. Die konnte ich schlecht mit „nein“ beantworten, da Linde ja immer noch überzeugt war, dass mein Jungfernhäutchen intakt sei, aber wie wir wissen, war dieser Zug schon drei Jahre zuvor abgefahren. Und überhaupt, was ging das diesen alten Päderasten an. Langsam erholte ich mich von seinem akuten Überfall und mein Hirn nahm seine Tätigkeit wieder auf. Auch Linde schien den Schock überwunden zu haben, erklärte ihm sie sei meine Mutter und was er eigentlich wolle, denn wir planten den Tag am Pool genießen und nicht bei einem Quiz über mein kurzes Leben mitzuspielen.

Nun hatte – nennen wir ihn „Dirty-Arab“ (was nicht rassistisch gemeint ist, sondern sich lediglich auf diesen alten Lustmolch bezieht) – überzogen, wer da die Ansagen machte und wandte sich im weiteren Verlauf nur mehr an Linde. Zuvor orderte er Getränke und Speisen für uns. Was sollte das nun wieder – man merkt er hatte keinerlei Menschenkenntnis, sonst hätte er erkannt, dass man mich mit Fressen nicht ködern kann. In weiterer Folge eröffnete er der Linde, dass er mich kaufen wolle. Ich dachte ich höre nicht richtig und war überzeugt es handelt sich bei dieser Unterhaltung um einen Witz, wenn auch einen schlechten.

Mir waren die Gepflogenheiten des Frauenkaufs im Orient nicht so geläufig. Immerhin schrieben wir das Jahr 1985, war das nicht eher ein mittelalterlicher Brauch, selbst dort? Anscheinend war es ihm jedoch sehr Ernst mit seinem Anliegen und sein erstes Angebot lautete 40 Kamele. Das beleidigte mich, auch meine Mutter befand, dass sei zu wenig. Ich war 17, blond, schlank und weder von massiver Akne noch von ausgeprägter Hässlichkeit geplagt und stellte fest, diese Verhandlungen entwickelten sich in die falsche Richtung. In der Zwischenzeit hatte er auf 80 Kamele erhöht. Ich fragte meine Mutter, wo die untergebracht werden würden, sie meinte, die könnten am Grundstück hinter der Lagerhalle eingestellt werden.

Mich interessierte, wo ich mein weiteres Leben genießen würde, anscheinend war er auf Frauen-Einkaufstour und hatte eine Art Assistenten mit Aktentasche dabei, der auf einen Wink an seine Seite eilte und sofort ein Foto eines Wüstenpalastes produzierte. Nun wollte ich wissen, ob ich Dienerinnen zu meiner Verfügung hätte und ein paar Eunuchen wären auch nicht schlecht. Meine Mutter lamentierte immer noch wegen dem Preis herum und vermittelte ihm, dass sie „cash“ als Zahlungsmodalität bevorzugen würde. Hier fing sich die Situation zu spießen an. Bargeldzahlungen schienen nicht vorgesehen zu sein. Langsam dämmerte ihm auch, dass die Linde und ich ihn verarschten. Da verstand er keinen Spaß, mit ein paar saftigen arabischen Schimpfworten empfahl er sich. Zeit ein einige Runden im Pool zu schwimmen.

Das 112. Kapitel folgt am 26. Mai 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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