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11 Mai

Hotel Hautzenbichl 107

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

107. Kapitel

Wir wurden in ein Holiday Inn bei den Pyramiden gekarrt. Es bestand aus lauter Bungalows, die mit kleinen Wegen, gesäumt von üppiger Vegetation verbunden waren. Für die damalige Zeit ein völlig neues Hotelkonzept. Ich war begeistert. Von unserer kleinen Terrasse aus konnte ich den Sonnenaufgang über den in der Ferne liegenden Pyramiden beobachten. Sofort nach dem Frühstück, das wir mit der Pickelprinzfamilie einnahmen, wurden wir in einen Bus gestopft und zu den Pyramiden getrieben um diese zu bestaunen.

Wie schon Jahre zuvor eilten emsige Kameltreiber herbei um uns zu horrenden Preisen auf ihren stinkenden Viechern reiten zu lassen. Ich lehnte dankend ab. Unser Aushilfsreiseleiter, der sodann vom eigentlichen Reiseleiter abgelöst werden sollte, scheuchte uns wieder in den Bus zurück und auf gings zu einer nahegelegenen Mini-Stufenpyramide, die sich einsam und allein direkt in der Wüste befand – noch weiter drinnen in der Wüste sollten wir später noch eine klägliche Oase besuchen.

Aber davor noch „Auftritt Reiseleiter“. Das muss man sich so vorstellen. Wir stehen in der Affenhitze neben dem Bus herum und glotzen auf einen undefinierbaren Steinhaufen – offensichtlich die Stufenpyramide. Plötzlich bricht ein Reiter auf einem schwarzen Hengst hinter dem Steinhaufen ins gleißende Sonnenlicht hervor, hinter ihm und somit auch um uns bildet sich eine nicht vernachlässigbare Staubwolke. Noch im vollen Galopp springt er vom Ross, hält dieses abrupt an, es wiehert wie die Sau – eh klar, musste ja eine Vollbremsung hinlegen – bäumt sich auf, wiehert wieder, wird jedoch von der Expertenhand des versierten Reiters beruhigt und trabt artig hinter ihm her.

Reiter kommt direkt auf uns zu. Die gesamte Reisegruppe starrt wortlos, ob des Spektakels. Mit der Geste eines Chevaliers verneigt er sich leicht und stellt sich als unser Reiseleiter vor. Ich überlegte, ob er wohl einmal zu viel „Lawrence von Arabien“, oder irgendeinen anderen „Monumental-Schinken“ gesehen hatte. Was war mit dem Vogel los – wollte er mit diesem Auftritt die Mitt-Vierzigerinnen der Reisegruppe beeindrucken? Objektiv betrachtet musste man leider zugeben, dass er sehr gut aussah. Kategorie: Tall, dark and handsome. Selbstverliebtheit und Selbstinszenierung stießen mich jedoch ein wenig ab. Sofort erklärte er uns, er sei 26 Jahre alt, Student der Medizin an der Universität Wien, seiner Heimatstadt und mache den Job als Reiseleiter um besagte Studium zu finanzieren. Wie tüchtig.

Das 108. Kapitel folgt am 14. Mai 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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