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2 Mai

Hotel Hautzenbichl 104

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

104. Kapitel

Weihnachtsferien in Hautzenbichl – Yippie! Die Linde hatte Forellen für den Heiligen Abend geplant. Tankred befand sich den ganzen Tag über schon in euphorisch-freudiger Erwartung. Kochen kann sie ja auch heute noch weltmeisterlich. Damit die toten Fische sich für die Zubereitung an die Raumtemperatur anpassen konnten, wurden sie aus dem Kühlschrank genommen, gut abgetupft und auf der Arbeitsfläche deponiert. Anschließend sollten sie mit einer Fülle versehen und geschmort werden. Oder so ähnlich. Dieser Vorgang spielte sich am mittleren Nachmittag des 24. Dezember ab. Tankred und ich unternahmen einen Spaziergang in der tiefverschneiten Winterlandschaft und die Linde besuchte noch irgendeins der alten Weiber.

Uns allen war nicht wirklich gegenwärtig, dass sich Minki in der Küche befand während wir unterwegs waren. Meine Mutter wollte dann so gegen 17h mit der Zubereitung des Mahls beginnen. Ich kann mich nur noch an den markerschütternd spitzen Schrei erinnern, den sie ausstieß, als sie feststellen musste, dass Minki zwei Forellen beinah vollständig verzehrt und die dritte zumindest heftig angeknabbert hatte. Minki schlummerte satt und mit einem sehr runden Bäuchlein in ihrem Körbchen. Der entstandene Tumult schreckte sie nur kurzfristig auf, dies äußerte sich durch das Öffnen eines Auges, sowie das Hochstellen der Ohren, danach versank sie wieder in ihren wohltuenden Katzenschlaf.

Tankred, grundsätzlich und berufsbedingt von eher stoischer Natur – ich bin mir sicher der Ausfall beider Triebwerke der Saab 105 hätte ihn nicht in derartige Aufregung versetzt – erlitt einen epischen Tobsuchtsanfall. Ich bangte schon ein wenig um Minkis Leben, nachdem er sie mehrmals damit bedroht hatte, ihr den Kragen umzudrehen. In diesem Winter hatte es wie schon erwähnt exorbitant heftig geschneit und die Schneedecke reichte beinah bis zum Fensterbrett.

Wutentbrannt packte Tankred das Katzentier am Genick – sie hing heftig protestierend von seinem weit weggestreckten Arm (ein Zeichen seiner momentanen Abneigung ihr gegenüber), es nutzte ihr aber nix, in diesem Griff sind die Katzerln recht hilflos. Gut konnte man ihr ausgeprägtes Wamperl erkennen, sie erweckte den Eindruck als würde sie in den nächsten Tagen zu einer Fünflingsgeburt niederkommen. Schnaubend riss Tankred das Küchenfenster auf, warf sie von sich und ließ sie einfach in der Schneedecke versinken.

Diese Art der Vendetta erschien der Linde und mir dann doch zu krass und wir zwangen den Tankred sich rund ums Haus durch die meterhohe Schneedecke zu ackern um die Königin des Anwesens aus ihrem weißen Verlies zu befreien. Ich hatte ein wenig bange, sie könnte ersticken. Die Rettungsaktion endete damit, dass mein Vater unseren Stubentiger durchs Fenster wieder in die Küche zurück warf. Er selbst musste sich Umziehen, da er vollkommen mit Schnee bedeckt und durchnässt wieder das Haus betrat. Er sprach nach diesem Vorfall wochenlang kein Wort mit Minki.

Das 105. Kapitel folgt am 5. Mai 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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