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29 Apr

Hotel Hautzenbichl 103

Exotische, bizarre Geschichten passieren nicht nur auf „dark desert highways“ – so weit muss man gar nicht fahren, es reicht schon in Knittelfeld, einer Stadt die nicht mal Gott gefällt, aufzuwachsen.

103. Kapitel

Ich hatte mich immer noch nicht ganz vom Artie-Drama erholt. Das er mir nun ständig mit der Fleischerstochter über den Weg lief, vor allem in unserer Haus- und Hofdiscothek, dem P3 half auch nicht unbedingt. Da ich nun schon gelernt hatte, dass man bestimmte Zustände nicht ändern kann und ich ohnehin nicht dazu neige mich in endlosem Leid zu ergehen, amüsierte ich mich andererseits.

Wiener Neustadt hielt ein reichhaltiges Sortiment an verschiedensten Typen bereit. Großteils sahen sie recht gut aus, vor allem aber waren sie durch die Bank schlank. Zu dieser Zeit gab es wesentlich weniger übergewichtige junge Menschen. Die Mutation zur amerikanisierten Hipster-Generation, alle durchwegs teigig und untersetzt in skinny Jeans, T-Shirts mit Dekollete und Man-Bun, hatte glücklicherweise noch nicht stattgefunden. Okay – Waschbrettbäuche gabs auch noch keine, die waren gerade in Arbeit – dank des Fitness-Booms.

Diverse Faschingsveranstaltungen boten eine reichhaltige Auswahl an Jungs – hier konnte man frei wählen. So geschah es, dass ich im November 1984 auf einem Gschnas einen Typen kennenlernte, dessen Gesicht und Hals mit grün-metallischer Farbe nicht geschminkt, sondern eher beschmiert war. (Offenbar eine verfrühte Hommage an den Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 – meine Mutter ging dann jahrelang nicht mehr Schwammerl suchen). Ich unterhielt mich die ganze Nacht blendend mit ihm.

Goldie, mit der ich die Veranstaltung besuchte, versuchte mir ständig zu erklären, dass ich ihn eh kennen würde. Ich hatte keinen Tau, wer er war. Langer Rede kurzer Sinn, wir landeten in seiner Wohnung, in einem der zwei Hochhäuser in Wiener Neustadt. Es gibt glaube ich nach wie vor nur die beiden. Jedenfalls schmusten wir heftig weiter und letztendlich fand ich mich in der Horizontalen wieder. Ich kann mich nicht mehr erinnern wie es war, mein Alkohol Pegel war enorm und gekifft hatten wir auch. Keine optimalen Voraussetzungen für den folgenden Schultag.

Erstens verschlief ich – glücklicherweise hatte ich das Gschnas unkostümiert besucht – somit war ich nicht gezwungen wieder nach Hause zu fahren um mich umzuziehen, jedoch stellte sich mir ein anderes Problem. Mein ganzes Gesicht und andere Teile meines Körpers hatten diese grün-metallische Farbe angenommen. Heftigste Versuche sie mittels Wasser und Seife zu entfernen (versuch mal Abschmink Produkte in einem Junggesellenhaushalt zu finden), blieben erfolglos. So musste ich wohl mit einem zart-grünen Teint, einer nicht unwesentlichen Restfetten und immer noch bekifft dem Unterricht beiwohnen. Kein schönes Erlebnis. Warum ich die Schule nicht geschwänzt hatte ist mir heute noch ein Rätsel.

Das 104. Kapitel folgt am 2. Mai 2021!

Elvira Trevira

Fotos: Pixabay + Privat

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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