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25 Nov

Go Home!

Wie verlassen für einen Augenblick das ``Hotel Hautzenbichl`` und wenden uns dem WIENER zu. Es folgt die Kolumne der letzten Ausgabe - viel Spaß!

Wir begeben uns ins Jahr 1989 zurück. Ich bin stolze Besitzerin eines Golf 1, 50 PS. Meine Freundin Ingrid und ich beschließen, eine Reise an die ligurische Küste zu unternehmen – nach Jesolo fährt eh jeder Trottel.

 

Nach Ewigkeiten kommen wir in Vernazza, einem malerischen Ort der Region Cinque Terre an. Hurtig zappeln wir in unseren neonfärbigen Bikinis, sie hatten einen extrem hohen Beinausschnitt, was diese zwar nicht länger, die Hüften jedoch breiter erscheinen ließ, zum Strand. Alles andere lassen wir im Auto zurück – deppert – ich weiß, aber wir waren jung und glaubten noch an das Gute.

Abends, nach einem spannenden Badetag – es waren ganz gutaussehende Jungs am Strand – schleppen wir uns zum Auto zurück. Ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass es aufgebrochen und alles, inklusive meiner Kontaktlinsen, entwendet worden war.

 

Es blieb an mir – nachts mit meiner optischen Ray Ban Wayfarer, den einzig akzeptablen Shades dieser Zeit, die mir eine durchaus Falco-esque Coolness verliehen, jedoch in der Finsternis wenig weiterhalfen – die Heimfahrt anzutreten. Anstatt in einer abgefahrenen Dorf-Disco in Elasthan-durchwirkten Fiorucci Jeans zu saufen, parke ich den Wagen auf einem Feld. In feuchte Badetücher gekuschelt, versuchen wir Schlaf zu finden.

Gegen 0300 wecken uns Feuerwehrmänner – auf den neben uns tobenden Großbrand hinweisend – und nötigen uns, die Katastrophenzone schleunigst zu verlassen.

 

Das Reisebudget befand sich in den Koffern – daher sind wir genötigt bei Autogrill die Zeche zu prellen und die Typen bei den Mautstellen zu zwingen uns gebührenfrei passieren lassen. Wir sahen damals noch recht scharf aus in unseren pinken Tonnenröckchen, das hat geholfen.

Das Schicksal jedoch, war noch nicht fertig mit uns. Kurz vor der österreichischen Grenze – nach einem Tunnel, liegt vor mir ein LKW-Reifen auf der Fahrbahn. Auf Grund der Verkehrsdichte kann ich weder bremsen noch ausweichen. Beherzt rumple ich über das Teil, leider muss meine hintere Stoßstange dran glauben. Wenn man solche Urlaube übersteht, bleibt man seuchenbedingt gern zu Hause.

Elvira Trevira

Erschienen im WIENER Ausgabe 441!

Fotos: Pixabay

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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