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18 Mrz

“You can’t be Barbie!“

“Wenn ich groß bin, will ich Prinzessin werden!” Hach - wer wollte das damals als kleines Mädchen nicht!? Heute müssen Kids nicht mehr solch unrealistischen Vorstellungen nacheifern – zumindest lässt dies die neue Kampagne des Spielzeugherstellers Mattel erahnen.

Zukünftig könnten wir demnach vielleicht häufiger hören: „Ich möchte Pilotin, Profi-Sportlerin oder Mathematikerin werden!“ Denn anlässlich des International Women’s Days wurde von Mattel unter dem Motto „Role Models“ eine neue Barbie-Kampagne mit 17 einflussreichen Frauen aus verschiedensten Bereichen gelauncht. Egal, ob Powerfrauen, wie Profi-Snowboarderin Chloe Kim und Filmregisseurin Patty Jenkins, oder inspirierende Persönlichkeiten, wie Flugpionierin Amelia Earhart und die legendäre Malerin Frida Kahlo – sie alle können von nun an in Miniaturform als Barbie die Kinderzimmer schmücken und unrealistischen Frauenbildern à la 90’s-Barbie Einhalt gebieten.

Quelle: pixabay.com

Prinzipiell ein sinnvoller Ansatz, da jungen Mädchen eine größere Bandbreite von Lebensentwürfen und Karrieremöglichkeiten oder von Aussehen und Schönheit vermittelt wird und mit dieser Kampagne „echte“ Frauen mit etwas realeren Körperbildern im Mittelpunkt stehen (auch wenn ehrlicherweise bei manchen Puppen schon mal das eine oder andere Pölsterchen ganz unauffällig verschwindet, aus welchem Grund auch immer).

Eine Barbie-Kollektion mit ähnlichem Hintergrund erschien übrigens bereits unter dem Schlagwort „Diversity“ mit der Botschaft, dass Barbie Frauen so darstellen soll, wie sie von Mädchen in ihrer realen Umgebung wahrgenommen werden. Deshalb bekam die altbekannte, blonde, blauäugige und gertenschlanke Barbie Gesellschaft von kurvigen Figuren und Plus-Size-Puppen sowie von Modellen verschiedenster Ethnien. So sehr diese Kampagne auch im Netz gefeiert wurde – es gab einen Haken, mit dem sich vermutlich auch die neuen „Role Models“ konfrontiert sehen müssen: Die realistischer aussehenden und vielfältigeren Barbies fanden kaum Anklang bei ihrem jungen Zielpublikum.

Quelle: flaticon.com
Quelle: flaticon.com

Es stellt sich die Frage, warum? Gerade jetzt sind doch Themen rund um Schönheitsideale, Diversität, Selbstakzeptanz und Selbstverwirklichung so präsent wie nie und vor allem Mädchen beginnen sich immer früher Gedanken über sich selbst und ihr äußeres Erscheinungsbild zu machen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass das Schönheitsideal, welches die typische Barbie mit blitzblauen Riesenaugen, Wespentaille und endlos langen Beinen verkörpert, in der Realität nicht existiert, auch wenn selbst im Erwachsenenalter viele diesem Ideal nachjagen. Aber wie sieht es mit Kindern aus? Ob sie nun wissen, dass Barbie nur eine Illusion der vermeintlich perfekten Frau ist, oder nicht: Es ist bestimmt nicht verkehrt, sie darüber aufzuklären, dass die klassische Barbie, wie wir sie alle kennen, als realer Mensch gar nicht mal sooo toll wäre – schlichtweg weil sie mit ihrem ach so „perfekten“ Körper nicht überleben könnte. Woman.at hat dazu vor einiger Zeit ein paar interessante Beispiele gebracht, wie zum Beispiel, dass eine „Real-Life“-Barbie dank ihrer Proportionen mit einer Reihe orthopädischer Probleme zu kämpfen hätte und stark gefährdet wäre, an Arthrose oder einem Bandscheibenvorfall zu erkranken. Darüber hinaus würde ihre extrem schmale Taille kaum genügend Platz für alle Organe bieten, wodurch Barbie nur sehr schlecht Luft bekäme.

Aber was ist denn dann so toll an Barbie und warum wünschen sich Kinder vorwiegend das anatomisch fragwürdige „Standardmodell“? Das könnte eventuell daran liegen, dass von der ersten Barbie, die 1959 erschien, bis 2016 nur ein Körpertyp mit Barbie in Verbindung gebracht wurde: unrealistisch schlank mit absurden Proportionen. Dass Barbie rund um den neuen „Diversity“- und „Role Models“-Hype nun auf einmal gar nicht mehr wirklich aussieht wie die Barbie, die sie kennen, finden Kinder womöglich einfach befremdlich.

Quelle: pixabay.com

Klar, die neue Kampagne hat durchaus ihre Berechtigung und ist ein Schritt in die richtige Richtung, die jungen Mädchen zeigen soll, dass wir alle verschieden sind, dass jeder Mensch Außergewöhnliches vollbringen kann und dass Schönheit nichts mit bestimmten Körperidealen oder sonstigen äußeren Eigenschaften zu tun hat. Damit diese Botschaft auch ankommt, braucht es allerdings Zeit. Mit einer „Diversity-Kollektion“ oder „Role Models-Kampagne“ ist es eben nicht getan, wenn über 50 Jahre nur ein Körpertyp bestimmt hat, wie „Perfektion“ auszusehen hat.

Ob nun Spitzensportlerin, Physikerin und Künstlerin oder doch lieber Fee, Meerjungfrau und Prinzessin – Barbie darf in Zukunft ruhig etwas mehr wie ein echter Mensch aussehen, es käme ja schließlich auch ihrer eigenen Gesundheit zugute.

Eure Cora Cotton

Cora Cotton
Cora Cotton

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: cora.cotton@blog-mag.net

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