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22 Okt

The Swinging Sixties

Die 60er waren ein aufregendes Jahrzehnt und legten die Weichen für alles, was wir heute als selbstverständlich hinnehmen. Von der Erfindung der Pille, über die „Women's Liberation“ bis zur Mondlandung…

In den 1960er Jahren überschlugen sich die Ereignisse auf diesem Planeten und auch außerhalb unseres Orbits förmlich. Es begann mit dem Mauerbau in Berlin 1961, im gleichen Jahr schossen die Russen Yuri Gagarin in den Weltraum, gefolgt von der Kuba Krise 1962, hier schrammten wir knapp an einem Atomkrieg vorbei, im November 1963 wurde Kennedy ermordet. Ab 1965 trat die USA aktiv in den Vietnam-Krieg ein, das sollten sie noch bitter bereuen. Zwei Jahre später knisterte es wieder im Nahen Osten, was uns den 6-Tage Krieg bescherte, in Afrika brach einer der schlimmsten Bürgerkriege aller Zeiten, der Biafra-Krieg aus. Jugendliche auf dieser Welt demonstrierten gegen die politischen Ereignisse und mischten die starren gesellschaftlichen Regeln auf, Höhepunkt waren die Studentenrevolten in Paris und der Prager Frühling. Die Amis arbeiteten emsig an ihrem Weltraumprogramm weiter und landeten 1969 am Mond – angeblich. Außerdem wurde 1960 die Antibaby-Pille in der USA erstmalig zugelassen, es sollte aber bis in die späten 60er dauern, sie allen Frauen zugänglich zu machen.

Quelle: www.pexels.com
Quelle: www.pexels.com

Parallel zu all diesen unerfreulichen Ereignissen, entwickelten sich Jugendkulturen, die sich häufig über ihr Erscheinungsbild definierten und somit ihre gesellschaftliche und politische Einstellung ausdrückten.

Frauen waren am Beginn des Jahrzehnts noch in Bleistiftröcken, knappen Pullovern und Blüschen, figurbetonten Etuikleidern, Pillbox-Hütchen à la Jackie Kennedy und Caprihosen zu sehen. Gegen Mitte und Ende der sechziger Jahre änderte die Mode sich frappant.

Quelle: pixabay.com
Quelle: pixabay.com

Petro-chemische Materialien hielten in allen Bereichen der Textilindustrie Einzug, die Einflüsse der Raumfahrt, sowie auch die neuen Kunstströmungen OP-Art und POP-Art wurden von den Designern, allen voran André Courrèges, in ihren Kollektionen umgesetzt.

Plastik war das Material der Stunde. Mary Quant ließ sich durch die Chelsea Girls im Swinging London inspirieren und erfand den Minirock. Das Parademodell hieß Leslie Hornby, genannt Twiggy, weil sie dürr und androgyn war. Sie prägte den Look dieser Zeit: kurzer Bob, riesige Augen mit Fliegen Bein-Wimpern, endlos lange Beine von einem Micro-Mini nur dürftig bedeckt. Mit ihm gingen auch die neuen Nylon-Strumpfhosen einher – sehr oft in psychodelischen Mustern gehalten, denn LSD war die Droge der 60er und dementsprechend bunt und bizarr auch die Stoffmuster dieser Zeit.

Quelle: www.flaticon.com

Auf der Carnaby Street regierten die Mods. Beeinflusst von den Oberklampfern der Epoche, ganz vorn die bösen Beatles und die gottlosen Stones, gefolgt von den Gitarren-zerdreschenden The Who, den Kinks und anderen „Gammlern“ – wie langhaarige, jeanstragende Jugendliche und Künstler gerne beschimpft wurden – war der Einfluss von Musik, Film, Kunst und Technik auf die Mode in dieser Zeit so stark wie nie zuvor.

Kann man Holly Golightly (Audrey Hepburn) bei ihrem „Frühstück bei Tiffanys“ (1961) noch in einem eleganten kleinen Schwarzen von Givenchy, während sie den Klängen von „Moonriver“ lauscht, bewundern, cruisen 1969 Peter Fonda und Dennis Hopper bereits in Jeans, abgefetzten T-Shirts auf ihren Harleys zum Sound von „Born to be wild – Steppenwolf“, ihr Unwesen treibend durch die USA. Woodstock und die Mondlandung fanden ebenfalls in diesem Jahr statt.

Quelle: pixabay.com
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It’s the Age of Aquarius!

Zuvor im „Summer of Love“ 1967, der seinen Höhepunkt in „Haight Ashbury“ einem Stadtteil San Franciscos fand, entwickelte sich die Hippie-Bewegung und alles war „Flower-Power“ – auch in der Mode. Hendrix, Joplin und Morrison von den Doors gaben den Ton in der Musik an – leider starben alle drei unmittelbar nacheinander 27-jährig im Jahre 1970 und gründeten so, vermutlich unfreiwillig, den „Club of 27“.

Quelle: pixabay.com

In den Sechzigern entstanden auch die ersten Prêt-à-porter Kollektionen. Sie gelten als die Antwort der Couturiers (Yves Saint Laurent) auf die Zeichen der Zeit. Da sie weniger teuer als Couture waren, wurden sie für eine breitere Kundenschicht erschwinglich. Jeans und T-Shirts fanden den Eingang in die alltägliche Mode der Jugend und wurden ihrem Ruf als Protestkleidung durchaus gerecht. In den 60ern entwickelten sich Jugendliche erstmals zur stärksten Käuferschicht in der Modebranche. 1967 erwarben 15- bis 19-Jährige 60% aller Modeartikel. Zunehmend gewannen die Medien an Bedeutung, sie waren maßgeblich an der Entwicklung des Jugendkults beteiligt.

Das Modebild des kalten Krieges lässt sich in drei große Gruppen zusammenfassen. Da waren Anfang des Jahrzehnts die noch etwas konservativeren, typisch schmalen, sehr körperbetonten Silhouetten. Mitte der 60er folgten der Minirock, die A-Linie und OP/POP-Art Muster, sowie aus der Raumfahrt beeinflusste Materialien, in meist glänzender- oder Lack-Optik. Am Endes der Swinging Sixties, wurde die Mode wesentlich legerer, neben Mini trug man auch Midi und Maxi, die Muster waren definitiv psychodelisch und transparente Materialien zwar „skandalös“, aber „State of the Art“.

 

The hippies wanted peace and love. We wanted Ferraris, blondes and switchblades. (Alice Cooper)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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