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11 Aug

Sommerfrische

Ein Besuch bei Sheila Shrink am Wolfgangsee – wie sie uns das sommerfrischeln lehrte und jetzt weiß ich auch, warum dort alles so grün ist – es regnet ziemlich häufig und dann doch auch recht intensiv.

Der beste Chefredakteur aller Zeiten war so lieb und stellte meiner abenteuererprobten Reisebegleiterin Heidi und mir (beide haben wir schon gemeinsam der Kälte in Murau getrotzt) ein Auto für dieses Wochenende zur Verfügung. Ich bin grundsätzlich ja immer demütig und dankbar, wenn ich ein Auto ausgeborgt bekomme, diesmal wünschte ich mir, ich wäre mit unserem alten Volvo, der 25 Jahre am Buckel hat und meist von unserem Sohn bewegt wird, gefahren.

Ich erlitt den Eindruck, man wollte möglichst viel Elektronik in das Wagerl  reinpfropfen, hat das allerdings nicht so richtig im Griff und das Ergebnis sind wilde Piepstonkonzerte vor, nach und während der Fahrt. Auch das Handling des Navigationssystems seltsam – wer kommt schon auf die Idee, dass man Wolfgang Sankt Salzkammergut – ja genau in dieser Reihenfolge – eingeben muss, um zu den Koordinaten des gewünschten Ziels, nämlich St. Wolfgang zu kommen. Ebenso verlangen die mechanischen Teile nach Körpereinsatz – man muss schon die Kraft des unglaublichen Hulk aufbringen, um die Sitzfläche mittels eines Hebels höher stellen zu können. Nachdem dies bei mir nicht der Fall ist, hing mein Arsch die dreistündige Fahrt über etwa sieben Zentimeter über der Bodenplatte, dafür ist mein Hals jetzt wesentlich länger.

Der eigentliche Zweck der Ausfahrt bestand darin, unsere liebe Kollegin Sheila Shrink am Wolfgangsee, wo sie seit Juli sommerfrischelt, zu besuchen. Die Berg- und Seenwelt des Salzkammerguts würde unseren asphaltierten Stadtseelen gut tun, verordnete sie. Am heißesten Tag des Jahres kamen wir nun an besagtem See an – etwas ermattet von der Fahrt und selbstverständlich ohne Bikini, der lag entspannt in der Schublade in Wien. Sheila, nach mehreren Wochen in der Gegend, bereits allen wohlbekannt und bekannterweise lösungsorientiert, organisierte sofort ein Teil in meiner Größe. Dem Badevergnügen stand somit nichts mehr im Wege. Bei mehreren Gläsern Prosecco, Aperol-Spritz und für die beste Architektin des Planeten, genau beweihräuchern wir uns doch ein bissl selbst, sonst tut`s eh keiner, wie immer Weißwein, gelang es recht flott im Salzkammergut lustig zu sein..

Die Gäste am Privatbeach, den wir dank Shrinkys langjähriger Connections auch benutzen durften, bestehend aus dem Wiener Bildungsbürgertum des achten, neunzehnten und dreizehnten Bezirks, amüsierten sich vor Ort mit Tauchen und anderen Formen des Wassersports, beispielsweise auf diversen Gummiobjekten hinter einem Boot hergezogen zu werden. Momentan dürfte „Stand-Up-Paddeln“ die Fortbewegungsform der Stunde auf der Wasseroberfläche sein – mich persönlich irritierte das ein wenig, aber was weiß so ein Bewegungsverweigerer wie ich schon. Genügsam brate ich in der Sonne, ruhig und friedlich auf meine Liege gepflastert vor mich hin…hin und wieder  ein Drink…

Abends beschlossen wir im Open-Air-Disco-Pavillon des „Strobler Hofs“ einzukehren, viel Gin Tonic und bald schon fand ich Opus, STS und die Seer (offensichtlich eine regionale Band mit österreichweitem Bekanntheitsgrad) gut. Der Aufenthalt dort war von heftigsten Regengüssen begleitet, was die örtliche Blaskappelle nicht von ihrem Auftritt abhielt, der Tubaspieler machte mir ein wenig Sorgen, befürchtete ich doch, dass er, während der Radetzkymarsch performt wurde, ersaufen könnte.

Zurück im Gutshof, wo man auch reiten kann, was ich natürlich nicht mache, Pferde flössen mir ehrlich gestanden ein wenig Angst ein, die Frage warum sie evolutionstechnisch nicht auf die Größe einer Dogge minimiert wurden, stellt sich mir jedes Mal, wenn ich mich in der Nähe dieser wirklich großen, durchaus sehr schönen Tiere befinde. Selbstverständlich halte ich immer einen dementsprechend respektvollen Sicherheitsabstand ein – so etwa 590 Meter.

Auch architektonisch hält die Region einige Leckerbissen bereit, wobei ich nicht nur die beeindruckenden historischen Gebäude, etwa in St. Wolfgang meine, die entzückende kleine Geschäfte beherbergen. Wirklich fasziniert war Heidi, von einem vermutlich in den siebziger Jahren auf einen Felsen geklatschten Bauwerk, dass anscheinend in den 80ern von einem Architekten, der offenbar hoffnungslos dem Charme von Glaspyramiden erlegen war, weitergebaut wurde. Das Ergebnis, ein „alien-esquer Dornröschen Palast“, ein Beweis für die Faszination des Menschen für das Abstoßende, dass aber schon fast wieder als gut empfunden werden kann – aber nur fast.

So vergingen nun unsere Tage im Salzkammergut bei Hitze und Regengüssen, mit viel Alkohol, vorzüglichen Speisen und ganz viel Girl-Fun. Gegen Ende unseres Ausflugs wurde das Wetter ein bisschen frischer, aber so soll es ja sein – heißt es denn auch Sommerfrische!!!

In the depth of winter I finally learned that there was in me an invincible summer. (Albert Camus)

Polly Perlon

 

 

Polly Perlon
Polly Perlon

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

1 Comment
  • Heidi

    ….was für ein Ausflug liebe Polly. Das Schloß Eibenstein, jetzige Scaleria, wurde viel später umgebaut und 1998 eröffnet. Der Umbau hat in Summe an die 13 Mio € gekostet… Im Inneren durchaus gelungen, ist der Anblick vom Badestrand in St. Wolfgang eher gewöhnungsbedürftig…

    12. August 2017 at 10:29 Antworten

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