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30 Sep

So Very Charleston

Der Trip zur vorletzten Station unserer Südstaatenreise führte nach Charleston, South Carolina. Wie schon gewohnt in der Begleitung der Olympus PEN E-PL8 und natürlich unserem geliebten Cadillac Escalade.

Wir ließen uns Zeit für die 106 Meilen (170 km) Richtung Norden über die Interstate-95 und den US-17 von Savannah nach Charleston – in unserem Cadillac Escalade. Auch hier war die Landschaft höchst unaufregend – a swamp to the left and a swamp to the right. „Let`s live fast and dangerous“ meinte ich zum besten Chefredakteur von allen und zwang ihn mal rechts in die Sümpfe reinzufahren, um zu sehen was sich dort so abspielt. Ehrlich gesagt nicht viel: verrottete, jedoch bewohnte Häuser, unheimliche Bahngleise, die im Nichts enden, komische Kirchen mit der verheißungsvollen Aufschrift, dass Jesus mich liebt und ein paar gelangweilte Alligatoren.

Gut, hätten wir das auch erledigt. Die Suche nach einem Supermarkt gestaltete sich da schon schwieriger, es gibt nämlich fast keinen – und ich habe in allen Städten, die wir besuchten Ausschau gehalten. Hier, in „the middle of f…ing nowhere“, war uns das Glück allerdings hold und ich erstand einen Riesentopf Jif Erdnussbutter – mein Lebenselixier.

Am mittleren Nachmittag checkten wir im Francis Marion Hotel ein, offenbar das erste Haus am Platz. Beindruckende Suite mit einer riesigen Kakerlake (gute 5 cm+), die ich dann am nächsten Morgen, wir entdeckten sie erst zu diesem Zeitpunkt, erlegen musste. Der beste Chefredakteur von allen ist nicht so versiert in der Jagd nach Ungeziefer. Aber von ein paar Cucarachas darf man sich in diesen Breiten nicht aus der Fassung bringen lassen.

Erst Drinks, dann shoppen – befahl ich. Der beste Chefredakteur von allen, ergab sich kommentarlos seinem Schicksal. Raus aus dem über-airconditioned Hotel und die Kings Street runter. Ich fand gleich rechts einen entzückenden Shop names Skinny Dip, auf dessen Dachterrasse man in einer Schaukel, von Lounge Music eingelullt, bei über 30 Grad, wunderbar Gin Tonics und Prosecco schlürfen konnte. Dort wollte ich den Rest meines Lebens verbringen – ach ja – und rauchen durfte man auch.

Nicely illuminated, befand ich, etwas „retail therapy“ wäre fällig und beschwingt zappelten wir die Kings Street weiter. Ich fiel einem fantastischen Schuhgeschäft Shoes on King zum Opfer. Der beste Chefredakteur von allen musste mit der Olympus PEN E-PL8 sämtliche Schuhe fotografieren, ich hatte ja keine Zeit dafür, war ich doch mit der Anprobe diverser Modelle beschäftigt – Kate Spade hieß meine Beute – der beste Chefredakteur von allen bezahlte – Danke!

Ermattet suchten wir die nächste Bar auf, The Gentry, war auch nicht schlecht, der Barkeep allerdings von der arroganten Sorte – brauch ich nicht – erledigt. Nach all dem Alkohol und Shopping gelüstete es uns nach etwas Habhafterem, Dinner in The Husk war ein voller Erfolg, die Bloody Marys sind bemerkenswert, sowie auch das Essen.

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Für den folgenden Tag stand eine Kutschfahrt am Programm – ich hatte so meine Bedenken. Wir hampelten zu einer Art Riesenpferdestall, mitten im Zentrum der Stadt – die Sache mit den Kutschfahrten scheint im Süden irgendwie „huge“ zu sein. Ich stellte mir vor, in einer den Fiakern ähnlichen Kutsche herumgezogen zu werden. Es handelte sich jedoch eher um einen Planwagen, den wir uns mit etwa 15 anderen Touristen teilten, dessen Kutscher der dicke Mike war, unser Schicksal lag in den Hufen von Margaret und Mathilda, den beiden Maultieren.

Mike lehrte uns in einer zwei-stündigen Fahrt, alles was Charleston historisch zu bieten hat. Vom Namen der Stadt, den sie King Charles I. verdankt, über die Rainbow Row, mit ihren 350 Jahre alten Häuschen, die recht knapp am Hafen liegen und zur Zeit der Franzosen und Spanier Tavernen und Geschäfte beherbergten, in den oberen Geschossen ging es eher um „negotiable affection“ – sprich, dort waren die Bordelle.

Margaret und Mathilda karrten uns an den „Antebellum Mansions“ vorüber, eines schöner als das andere, man hört förmlich Scarlett O`Haras Krinolinen rauschen. Vorbei ging es an der Battery, der Südspitze der Stadt, wo noch Kanonen aus dem Sezessionskrieg rumstehen und von wo aus der gefürchtete Pirat „Blackbeard“ die Stadt belagerte um Quecksilber gegen die Syphilis zu erpressen. Dort befand sich auch der Galgen, von dem die Briten die Freibeuter der Meere baumeln ließen. Ich war geplättet von der Schönheit Charlestons, die im Gegensatz zu der von New Orleans fast frisch wirkt.

Nach der massiven Anstrengung dieser Kutschfahrt mussten wir unbedingt Gin Tonics im The Toast an der Meeting Street einnehmen um etwas später gestärkt zur Boone Hall Plantation in Mount Pleasant fahren zu können. Dort befindet sich die wohl beeindruckendste Eichenallee der ganzen Südstaaten. Farne umranken und hängen von den Bäumen, die Wirkung ist irgendwie spooky. Das Innenleben des Hauses ist mäßig beeindruckend, muss wohl an dem georgischen Prinzen liegen, der es in den 1920er Jahren besaß und von permanenten Geldnöten geplagt war. In den 80er Jahren drehte man dort das tränenreich-packende Südstaaten-Epos „Fackeln in Sturm“ (wer sich noch dran erinnern kann) mit Patrick Swayze und der schönen Leslie-Ann Down, James Stewart und Liz Taylor in einer ihrer letzten Rollen.

Auf Boone Hall setzt man sich zumindest aktiv mit der Sklaverei auseinander. Man dokumentiert das Leid und die Unterdrückung dieser Menschen dort auf würdevolle Weise. Grundsätzlich ähnelt ein Ausflug auf eine Plantage gefühlsmäßig durchaus einem KZ-Besuch, der einzige Unterschied liegt in der Ästhetik.

Dinner, mir war ein wenig der Appetit vergangen nach dem ganzen Sklaven-Drama, war im Fleet Landing am Hafen nahe dem City Market geplant. Riesending mit Terrasse über dem Wasser – sensationelles Seafood und sehr fröhlicher Service. Die größten Calamari Fritti die ich jemals gesehen und gegessen habe – „really huge“! Bei noch ein paar Gin Tonics und Bloody Marys neigte sich nun unser Abend in Charleston bedauerlicherweise dem Ende zu. Der letzte Abschnitt unserer Reise stand bevor, darüber aber das nächste Mal.

 

Charleston is one of the best built, handsomest, and most agreeable cities that I have ever seen. (Marquis de La Fayette, 1757 – 1834 franz. Politiker und Aufklärer)

 

Polly Perlon

Polly Perlon
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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