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5 Okt

Shalom Israel

Die Reise nach Israel war ein einziges Abenteuer - geprägt von Ups and Downs par excellence. Land & Leute vor Ort haben aber einen bleibenden Eindruck hinterlassen und waren jedes Abenteuer wert.

Neben dem Bloggen arbeite ich ja bei einem der größten Fashionlabels des Landes und war im September organisationstechnisch sehr eingedeckt. Es galt einen Rave für knapp 200 Leute und 1 Woche darauf unsere Fashion Show bei der MQ Vienna Fashion Week zu organisieren, und dies alles während wir gerade in ein neues Office ziehen. Die Ereignisse überschlugen sich also und für Reisevorbereitungen blieb keine Zeit.

Also traten meine Begleitung A. und ich die Reise völlig unvorbereitet an. Das Abenteuer beginnt bereits vor dem Abflug. Nur aufgrund des Weckanrufs von A. schaffte ich es überhaupt rechtzeitig, und zwar um 5 Uhr morgens, aufzustehen und mich auf den Weg zum Wiener Flughafen zu machen. Seelenruhig hatte ich nämlich meinen Wecker einfach abgeschaltet, um weiter zu schlafen.

pixabay.com

Bei der S-Bahn angekommen, blieb uns erstmal das Tor zum Aufgang der Plattform verschlossen. In letzter Minute kam eine Securitydame, die uns das Tor öffnete. Unser Abflug war zwar erst um 9 Uhr, durch Freunde wussten wir aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen für eine Reise nach Israel so streng sind, dass wir mindestens 3 Stunden vor Abflug da sein müssen. Und lasst es euch gesagt sein, die 3 Stunden braucht es wirklich!

Während der langen Sicherheitskontrolle am Flughafen wurde uns verkündet, dass zur Zeit der höchste jüdische Feiertag überhaupt stattfindet. Jom Kippur – ein strenger Ruhe- und Fastentag. Rien Ne Va Plus. Wirklich nichts geht mehr an diesen 2 Tagen. Kein Supermarkt, Café oder Restaurant hat geöffnet und es herrscht keinerlei Verkehr auf den Straßen – kein Bus, kein Taxi, kein Auto fährt mehr. Der Struggle war aber, dass wir für die ersten 2 Nächte Unterkünfte am Toten Meer gebucht hatten, die nicht mehr storniert werden konnten, da wir aber in Tel Aviv ankamen, mussten wir nach einer Möglichkeit Ausschau halten, um doch noch irgendwie ans Tote Meer zu kommen. Die Situation schien im ersten Moment aber aussichtslos.

pixabay.com

Noch beim Check In in Wien wurden wir erstmals von zwei verschiedenen Leuten ausgefragt, ob wir schon mal in Israel waren, ob wir dort jemanden kennen, warum wir nach Israel reisen möchten, ob wir schon mal in einem arabischen Land waren und warum, mit wem und wann das war etc.

Nach der Befragung ging’s weiter zum Sicherheitscheck, da wird man als Nicht-Israeli zur Seite gezogen und muss einen Extra-Sicherheitscheck machen. Kleidung, Schuhe und das komplette Handgepäck wurden auf Sprengstoff und sonstige Substanzen untersucht. A. wartete letztlich knapp 20 Minuten bis sie ihre Wertsachen wieder bekam und wir endlich in den großen Vogel einsteigen konnten. Kopfhörer auf, Augen zu. Als wir unsere Koffer am Flughafen in Tel Aviv entgegennahmen, wurde uns schnell klar, dass auch dieses komplett durchsucht wurde. Fremde Finger an meiner Unterwäsche, nice!

Alle Geschäfte machten bereits zu und versperrten ihre Türen, Wasser oder Essen einkaufen war nicht mehr möglich. Wir fragten uns am Flughafen durch, ob es denn irgendeine Möglichkeit gab, doch noch nach Ein Gedi ans Toten Meer zu kommen. Wir quatschten einen Taxifahrer an, der erst ablehnte, uns dann aber doch für insgesamt 1000 Schekkel, also 240€ quer durch die Wüste, vorbei an Jerusalem, an unser Ziel brachte. Definitiv meine teuerste Taxifahrt EVER.

Wlir fanden uns in einem Hippie Camp (Ein Gedi Camp Lodge) wieder. Die Leute rauchten Weed, spielten Tischtennis, sonnten sich, chillten in der Hängematte… Das war genau das Richtige, das wir jetzt brauchten. Schnell hatten wir Anschluss zu den Einheimischen, die für die Feiertage aus ganz Israel  ins Camp reisten. Darunter das Pärchen Alon & Alona und Rambo mit seinem Hund Rocky, den er schnell in Schlawina umbenannte, als er hörte, dass wir aus Österreich sind. Rambo ist ein etwa 70-jähriger Israeli, der wohl regelmäßig ins Camp kommt, um Frauen kennenzulernen.

Rambo war es auch, der uns am nächsten Morgen mit seinem Jeep in das Ein Gedi Natur Reservat entführte. Der Jeep war in etwa gleich alt wie Rambo, verrostet und ohne Türen. Ich saß am Beifahrersitz und versuchte mich irgendwie im Auto zu halten während Rambo mit hoher Geschwindigkeit die Straßen entlang bretterte und Schlawina seinen Sabber über mich ergoss.

Das Ein Gedi Natur Reserve beeindruckt mit der unglaublichen Schönheit der Natur. Die Oase liegt in der israelischen Wüste am Westufer des Toten Meeres nur wenige Kilometer vom Westjordanland entfernt. Dort ist es verboten zu rauchen oder zu essen, um den Lebensraum der Tiere, die in diesem Gebiet leben, zu schützen. Am Eingang ehielten wir eine Wanderkarte und erkundeten das Tal auf eigene Faust. Im kühlen Nass der verschiedenen Wasserfälle holten wir uns eine Erfrischung und bewunderten die Aussicht über das Tote Meer. Das Nature Reserve ist landschaftlich wahnsinnig beeindruckend trotz der brütenden Hitze. Dort trafen wir auch wieder auf unsere neuen Freunde Alona & Alon, die uns schließlich wieder mit dem Auto zurück ins Camp nahmen.

Da ja immer noch Feiertag war und kein Bus fahren würde, überlegten A. und ich tatsächlich per Anhalter in den nächsten Ort Ein Bokek zu fahren, wo sich unsere zweite Unterkunft am Toten Meer befand. Ich fahre schon nicht gerne Taxi, also war die Vorstellung von Hitch-Hiking eigentlich mein absoluter Horror. Als große Liebhaberin von allen gruseligen Formaten, die TV und Internet so hergeben (Aktenzeichen XY, Autopsie etc.), habe ich eine zu blühende Fantasie, was auf einer solchen Fahrt mit Fremden passieren könnte.

Rambo organisierte uns schließlich doch noch einen Taxifahrer, der uns ausnahmsweise nach Ein Bokek brachte. Für wieder sehr viel Geld in einem Großraumtaxi mit verdunkelten Scheiben und Vorhängen an den Fenstern. Der Fahrer konnte kaum Englisch, bestand aber darauf die ganze Fahrt hinweg mit uns zu reden. Wir waren erst 24 Stunden in Israel und das war bereits das 5. fremde Auto, in das wir stiegen.

In En Bokek ging das Abenteuer weiter. Mehr dazu im nächsten Blogpost.

Eure Nelly Nylon

Nelly Nylon
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: nelly.nylon@blog-mag.net

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