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19 Sep

Roadtrip to Atlanta

Wir verabschieden uns von „my new most favourite city“ New Orleans und begeben uns auf den 470 Meilen (752 km) langen Roadtrip to Atlanta (Georgia), wie gewohnt dokumentiert mit der Olympus PEN E-PL8.

Alles wieder eingepackt und nix vergessen, Valet Parking vom Concierge angewiesen den Wagen vorzufahren (Valet Parking ist so geil – warum gibt`s das bei uns nicht?), beladen wir den Cadillac Escalde, vergessen natürlich auch unser Dokumentationsobjekt de Luxe, die Olympus PEN E-PL8 nicht und los geht`s nach Atlanta. Allerdings macht es uns etwas zu schaffen, New Orleans zu verlassen. Das Navi führt uns auf eine Ausfahrtsstraße mit Bahnübergang, der von einem elendslangen Güterzug blockiert wird. Hätten Sheila und ihr Gatte Herr X nicht darauf bestanden mal rechts die Straße entlangzufahren um zu schauen, ob man am Ende des Zuges die Gleise überqueren kann, stünden wir wahrscheinlich heute noch dort und würden darauf warten, dass sich der Zug endlich in Bewegung setzt.

Diese Umrundungsaktion führte uns in „the more shady areas“ von N.O. Der beste aller Chefredakteure verriegelte den Wagen sogleich „gang-safe“ – soll heißen, wir wären einem „drive-by-shooting“ locker entkommen. Der nächste unfreiwillige Stopp trug sich vor einer Zugbrücke zu, die einen Seitenarm des Mississippi überspannte, ein winzig kleines Boot mit einer riesigen amerikanischen Flagge fuhr im Schneckentempo darunter durch, die total verrostete Brücke senkte sich danach ebenso gemütlich wieder. Dauer des Gesamtvorganges in etwa 35 Minuten. Im Süden der USA hat man es nicht so eilig.

Der Herr Chefredakteur und Herr X, der Navigator, hatten einige Probleme bei der Beibehaltung der Route, was zu einigen haarigen Rückfahraktionen am Freeway führte. Sheila und ich konnten das nicht so ganz verstehen, da alle Straßen ohnehin schnürlgerade verlaufen. Zuvor hatten sie die Panoramaroute im Navigationsgerät gespeichert, was zu einer etwa 18-stündigen Fahrt nach Atlanta geführt hätte.

Wir fuhren über unendliche lange Brücken durchs Bayou, links und rechts im Sumpf lauerten wahrscheinlich hunderte Alligatoren und bald überquerten wir die Grenze von Louisiana nach Mississippi. Keine große Veränderung in der Landschaft. Irgendwann mal ein Stopp an einer Tankstelle BBQ 65 (enorme Abgefucktness) irgendwo in „Sweet Home Alabama“ – der Escalade wurde mit Gallonen von Sprit befüllt (ich weiß, nicht gerade sehr nachhaltig) – der Preis einer Gallone = 4,5 Liter belief sich auf 2,50 US Dollar. Da war mir klar warum die alle so fette Pick-Ups und SUVs fahren.

Auch Alabama und danach Georgia (wird häufig Peachstate genannt), boten keine besondere Abwechslung im Landschaftsbild. Irgendwann am mittleren Nachmittag ritten wir in Atlanta ein. Eine typische amerikanische Corporate-City. Coca-Cola, CNN, Delta, UPC, und beispielsweise Home Depot haben dort ihre Headquarters. 26 in Atlanta ansässige Firmen, finden sich unter den 2017 Fortune 1000. Sie generierten im letzten Jahr Einnahmen von 373,9 Milliarden Dollar. Bumstinazl – kann man da nur sagen.

Einchecken im Hotel Indigo Atlanta Midtown, grundsätzlich sehr hübsch, besonders die Lobby. Die Aircondition auf den Zimmern war jedoch auf „schockgefrieren“ eingestellt. Man konnte das auch nicht abdrehen. Herr Chefredakteur umwickelte die AC mit Handtüchern, Herr X demontierte das Gerät schlichtweg. Andernfalls wären Sheila und ich wohl zu Tiefkühlkost mutiert. Ach ja, und dort befinden sich die wahrscheinlich kleinsten Badezimmer der Welt.

Die LGBT-Community in Atlanta ist begrüßenswerter Weise ziemlich ausgedehnt, was mich in Redneck-Country doch einigermaßen verwundert hat. Herr X und Herr Chefredakteur waren doch etlichen schmachtenden Blicken
ausgesetzt, besonders bei Henrys auf der 10th Street, wo wir im Schanigarten das Dinner nahmen.

Am folgenden Morgen beschlossen wir nach „Little Five Points“ zu fahren, ein enttäuschender Ort, der nichts mit den Fotos im Atlanta Visitor Guide zu tun hat. Das kann man sich echt sparen. Der örtliche Starbucks rettete mich allerdings vor dem sicheren Verrecken durch Koffeinentzug. Daher 1 Punkt.

Danach besuchten wir das Margaret Mitchell House. Ein wahres Mekka für „Vom Winde verweht“ – Fans. Jonathan
unser Guide war wissenstechnisch auch sehr beschlagen und konnte jede Frage aus dem FF beantworten. So erfuhren wir auch das Margaret Mitchells Katze Dracula hieß, dass sie ein Flapper-Girl war (kleidete sich im Stil der 20er, trug Bubi Kopf, rauchte und soff, machte Party ohne Ende – eh nicht unsympathisch) und obwohl sie aus einer sehr wohlhabenden Familie stammte, beim Atlanta Journal als Reporterin arbeitete. Ihre Einstellung zur schwarzen Bevölkerung gilt allerdings als mehr als fragwürdig, man kann sie ohne schlechtes Gewissen als Rassistin bezeichnen. Ihr Roman, an dem sie 10 Jahre lang schrieb, ist bis heute über 30 Millionen Mal verkauft worden, für ihn erhielt sie den Pulitzer-Preis.

Der Film von David O. Sleznick aus 1939, übrigens der erste Farbfilm, neben dem „Zauberer von OZ“ aus dem gleichen Jahr, fuhr acht Oscars ein. Sleznick wandelte allerdings die „Ku Klux Klan“ Szenen aus dem Roman in eine „politische Veranstaltung“ um und strich das Wort „Nigger“. Danke David! Mit Produktionskosten von rund vier Millionen US-Dollar galt der Streifen als der teuerste Film seiner Zeit. Dieser Film ist mit einem inflationsbereinigten Einspielergebnis von rund 6,6 Milliarden US-Dollar (2014) das kommerziell erfolgreichste Werk der Filmgeschichte.

Nach so viel verwehtem Wind war Zeit für einen kleinen Lunch, zu dem wir uns mit Sheila und Herrn X auf der Peachtree Avenue trafen. Die beiden hatten davor das Atlanta Contemporary Art Center, besucht und waren maßlos begeistert.

Weiter geht’s in ein paar Tagen mit dem Roadtrip nach Savannah, wo uns die Ausläufer von Hurricane Harvey ein wenig sekiert haben.

„Frankly, my dear, I don’t give a damn!“ (Retth Butler in „Gone with the Wind“)

 

Polly Perlon

Polly Perlon
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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