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16 Sep

Richtig billig! – Heidi Klum & Lidl

Ein Flugblatt flatterte ins Haus, am Cover Heidi Klum gleich in dreifacher Ausführung – in einfacher Ausführung ist mir die schon zu viel – sie präsentiert „Mode“ für den Lebensmitteldiskonter Lidl.

„Let´s Wow“ esmara by Heidi Klum lese ich verwundert und beginne sofort am digitalen Hackbrett zu recherchieren, denn ganz ehrlich, diese Kombination erscheint mir wie „A match made in hell“.

Natürlich nicht für das deutsche Fräuleinwunder aus Bergisch-Gladbach in Nord-Rhein-Westfalen (wer mal dort war, will das sofort wieder vergessen – deutsche Spießigkeit in ihrer reinsten Form). Sie gilt als Kennerin der Modeszene, seit Project Runway ist sie sicherlich auch in der Textilproduktion top-versiert – abgesehen davon verursacht sie regelmäßig bei jungen Dingern in GNTM tränenreiche Nervenzusammenbrüche.

Heidi Klum Flugblatt

Nun hat sie eine eigene Kollektion mit dem klingenden Namen „esmara“ für den Lebensmitteldiskonter Lidl, der damit seinem Einstieg im US-Markt einen glamourösen Touch verleihen will, entworfen. (Soll das eine Kombination aus Escada und Max Mara für Arme sein???) Wie auch immer, die Kollektion besteht aus Blousons, Strickmäntel, Overalls und Ponchos um Euro 19,99, sowie Super-Skinny-Jeans um 14,99, Röcken um 12,99 und Schuhen zwischen 22,99 und 29,99 Euro. Als High-Light die Lederjacke um 59,99 Euro. Yipppieee – sooo billig!!!

Quelle: lidl.de

Ob sich Frau Klum jemals die Frage gestellt hat, wo und unter welchen Umständen ihre Kollektion produziert wird? Bei diesen Verkaufspreisen gehe ich eher nicht von human-ökologisch nachhaltigen Herstellungsorten aus. Aber bei einem Vermögen von geschätzten 85 Millionen Euro, einem Einkommen 2017 von 17 Millionen Euro inklusive der Gage bei „Germany`s Next Topmodel“ von 10 Millionen Euro, ist man wahrscheinlich zu beschäftigt, sich um solche Nebensächlichkeiten wie Kinderarbeit und Umweltverschmutzung Gedanken zu machen. (https://www.vermoegenmagazin.de/heidi-klum-vermoegen/).

Auf die Optik von „esmara“ möchte ich hier nicht eingehen, nur so viel: Ich finde sie spiegelt Frau Klums „Hausfrauenspießigkeit gone to Hollywood“ (das Ganze in Leo-Print) wider, powered by Lidl, dem Lebensmittelhändler meines Misstrauens. Diese Kollektion wurde während der New York Fashion Week am 7. September präsentiert und wird in den US-Läden ab dem 21. desselben Monats lanciert. Wir hier in Europa haben das fragwürdige Vergnügen schon ab Montag dem 18. September 2017.

Quelle: Kris Atomic on unsplash.com

Bei meinen Nachforschungen fand ich ein wenig über die Produktionsstätten der Lebensmitteldiskonter, die ja selbstverständlich auch Kleidung anbieten müssen – dort sucht man „Mode“ ja als allererstes – heraus. Welche Überraschung, produziert man doch so einiges in Bangladesch. Die Zustände dort haben wir hier auf Blog-mag.net schon mehrfach behandelt. Die Klum-Kollektion wird übrigens in 27 Ländern vertrieben, na – da reden wir schon von Stückzahlen. Nun hat Lidl seine vorgezogene Offensive, in den US-Markt einzusteigen und Walmart, dem größten Diskonter der Welt, aber auch kleineren amerikanischen Mitbewerbern, wie Kroger (3000 Märkte), gestartet. Von Kroger hat sich Lidl aber bereits eine Klage eingehandelt, da die Lidl- Märkte in den Staaten „Preferred Selection“ heißen, was Kroger, der seit über 20 Jahren mit seinen „Private Selection“ Läden vor Ort absahnt, etwas verärgert.

Der Umsatz der Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) wird im Geschäftsjahr 2016/17 die 90-Milliarden-Euro-Hürde überspringen, danach sollen die Erlöse 92 bis 94 Milliarden Euro erreichen. (Quelle: manager magazin). Bumstinazl sag ich da nur, solche Kohle kann man halt nur scheffeln, wenn man bei Mensch und Umwelt ein paar Abstriche macht, Hauptsache die Kasse klingelt. In diesem Fall sicherlich auch für Klum, denn wenn sie schon bei GNTM 10 Millionen abcasht, wird sie es für Lidl auch nicht umsonst machen.

Quelle: pexels.com

Heidi Klum hätte durch ihren Bekanntheitsgrad die Möglichkeit, sich für Probleme, wie beispielsweise die Umstände in der Textilindustrie in Schwellen und Dritte-Welt-Länder einzusetzen. Sie wäre hier sicher auch glaubwürdig, da sie branchenkundig zu sein scheint – vielleicht könnte sie durch ihren Einsatz auch etwas bewirken – wer weiß. Aber anscheinend zieht sie es vor, den Wahnsinn noch etwas zu verschärfen… und wahrscheinlich braucht sie das Geld…

 

“Ich kenne sie nicht – Claudia kennt die auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht.“ (Karl Lagerfeld über Heidi Klum)

 

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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