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8 Nov

Re-bello di Alto Adige

Es ist beruhigend festzustellen, dass es offensichtlich Textilfirmen gibt, die die globale Situation in dieser Industrie reflektieren, sie in jeder Hinsicht als absolut untragbar einstufen und entscheiden einen anderen Zugang zu finden. Re-bello aus Südtirol ist so eine Textilfirma.

Die Marke heißt Re-bello, kommt aus Südtirol und steht für nachhaltige Materialien und Produktion - Moda Italiana in 21st Century!

Die Aufgabenstellung an sich selbst ist es in erster Linie eine nachhaltige Kollektion zu erstellen, ohne die modische Aussage zu vernachlässigen. Das Ziel ist Design auf höchstem Niveau umzusetzen und den TrägerInnen das gute Gefühl zu geben, Kleidung, die unter allgemein akzeptablen human- und produktionsökologischen Umständen erzeugt wurde, zu tragen.

Re-bello setzt hier vorrangig bei den Materialien an. Statt herkömmlicher Baumwolle wird ausschließlich Bio-Baumwolle verwendet. (Siehe Post „Die Baumwolle“ vom 25. August 2016). Bambus ist eine sehr genügsame Pflanze, die nicht bewässert werden muss, jährlich die unglaubliche Menge von 62 Tonnen CO2 aufnimmt, jedoch unter Einsatz von Chemikalien weiterverarbeitet wird. Aus diesem Grund hat sich Re-bello entschlossen, Bambus mit 30% Bio-Baumwolle zu mischen, und erzielt damit eine weiche, leichte widerstandsfähige Qualität. Auch Eukalyptus kommt in der Kollektion zum Einsatz. Im Anbau verhält er sich dem Bambus ähnlich, der Ertrag ist aber um ein zehnfaches höher als bei diesem. Eine 6 m2 große Anbaufläche reicht aus um 10 T-Shirts zu produzieren. Der Verarbeitungsprozess erfolgt auch hier chemisch, Re-bello hat sich für Tencel entschieden, eine Eukalyptusfaser, die von Lenzing in einem überaus umweltschonenden Prozess weiterverarbeitet wird, wobei Lösungsmittel und Wasser fast vollständig wiederverwertet werden können.

Die interessanteste Innovation jedoch finde ich PET-Newlife. Aus PET-Flaschen wird in einer historischen Spinnerei in Norditalien, nach Phasen der Reinigung, des Schneidens und der Körnung durch einen mechanischen Prozess, der die Umwelt nicht belastet, auf Grund der Nutzung von Temperaturschwankungen die ursprüngliche chemische Verbindung in ein neues Polymer verwandelt. Das Ergebnis ist ein „Destillat“ aus reinstem Polyäthylen, eine synthetische Seide, die den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird.

Upcycled Wool heißt die Lösung von Re-bello, wenn es um kuschlige Wolle geht. Schon einmal für Bekleidung benutzte Wolle wird wiederverwendet. Oftmals auch mit Cashmere (5%) gemischt. Ebenso wird GOTS zertifizierte Merinowolle in der Kollektion angeboten. Gefärbt wird mit Kräutern, Rinden, Beeren und Wurzeln – mannigfaltige Farbtöne sind möglich und der Vorteil ist, dass die Reste der Färbemittel als Dünger verwendet werden können und vollkommen biologisch abbaubar sind. Abgesehen davon rufen diese Farben  keinerlei Allergien hervor. Manche Wollarten sind zu rau und borstig um sie der Textilverarbeitung zuzuführen, Re-bello füttert mit dieser „Tiroler Wolle“ Jacken und Mäntel, nicht ohne sie zuvor durch ein natürliches Verfahren weicher zu machen. Kein Rebell ohne Lederjacke – das geht gar nicht. Re-bello hat sich entschlossen, ausschließlich Leder von Tieren, die zu Ernährungszwecken geschlachtet werden, zu verarbeiten. Da Gerbungsprozesse durch die hochgiftigen Chemikalien die Umwelt enorm belasten, entschied man sich das Leder alternativ mit einem natürlichen Enzym, das aus den Blättern des Olivenbaums gewonnen wird, zu gerben. Das Ergebnis überraschte alle mit seiner unerwarteten Weichheit, zusätzlicher Bonus ist die biologische Abbaubarkeit.

Aber was nützen die super-umweltschonend erzeugten Materialien, wenn der Look nicht stimmt. Niemand wäre davon zu überzeugen, Kleidung nur auf Grund ihrer Nachhaltigkeit zu kaufen. Es muss gut aussehen – schließlich und endlich ist es Mode. Dafür hat Re-bello, das Label wurde übrigens 2012 in Bolzano (IT) gegründet, die Designerin Ivana Omazic geholt. Zuvor Creative Director bei Maison Martin Margiela und Cèline in Paris, lässt sie jetzt ihre Kreativität und ihr Know-How in die Kollektionen von Re-bello einfließen. Die in Kroatien geborene Designerin arbeitete davor unter anderem für Miu Miu, Jil Sander und Prada Sport. Dem bleibt ja wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Die Silhouetten sind klar, die Linien treffen exakt den Zeitgeist. Wenig Platz für Verspieltheit, wenn Details dann sind sie durchaus plakativ. Die Kollektion Herbst/Winter 2016/17 schreit Streetstyle mit einem Schuss Avantgarde. Das ist Mode aus Italien im 21. Jahrhundert!

Das Beste kommt zum Schluss: Ihr könnt eines der begehrten Teile von Re-bello gewinnen:

Grazie, Re-bello!

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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