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9 Jul

Polly und Polyurethan

Schon mal bei den uns allen bekannten Mono-Labels eine „Lederjacke“ gesehen und dann gewundert, dass sie nur Euro 49,90 kostet. Genau, ich nämlich auch – nur, dass es keine Lederjacke ist, sondern ein textiles Produkt aus Polyurethan (PU). Die Jacke sieht aus und fühlt sich an, als wäre sie aus Leder, einzig und allein so riecht sie nicht – das ist aber mittlerweile auch schon das einzige woran man erkennt, dass es ein Fake ist. Die schlauen Kerlchen aus den petrochemischen Labors schlafen nämlich nicht und mittlerweile sind diese Lederimitate zum Verwechseln echt.

PU ist eine Chemiefaser auf Erdöl-Basis – große Überraschung – sie entsteht aus einer Polyadditionsreaktion von Polyolen mit Polyisocyanaten – wichtig dabei ist die Urethan-Gruppe. Diese Synthetisierung wurde erstmals in den Labors eines Herrn Otto Bayer, zufällig in Leverkusen ansässig, im Jahre 1937 durchgeführt. Das Ergebnis nannte man Perlon U. Na, klingelt`s?

Polyurethan wird durch Beigabe von Wasser aufgeschäumt und bei gleichzeitiger Freisetzung von Kohlendioxid entstehen härtere oder weichere Kunststoffschäume – das hängt von der Wassermenge ab. Das fetzigste am Polyurethan ist seine Dehnbarkeit, wenn man dann noch ein bisserl Polyethylenglykol dazugibt, ist auch schon die wirklich wunderbare Faser Elasthan (ohne der wirklich anliegende Kleidung eigentlich nicht existiert) entstanden. Ein Anteil von 2 – 4% Elasthan in einem Stoff, erhöht dessen Elastizität um 25 – 30%. Gewebe können quer, längs und bi-elastisch sein.

Bei Lederimitaten, im Volksmund sehr schön als Kunstleder bezeichnet, wird PU als Microschaum auf einen textilen Untergrund aufgetragen, danach wird eine Struktur eingedrückt, so entsteht die Lederoptik. Das gute Polyurethan ist ja wahnsinnig vielseitig und kann natürlich auch zur Gebäudedämmung, sowie zur Herstellung von Möbeln und Matratzen verwendet werden. Weder wird beim Automobilbau noch bei der Produktion von Farben und Lacken darauf verzichtet. Wie denn auch???

Wirklich verwundert hat mich allerdings, dass es in der Kosmetik, der herstellenden Schmuckindustrie sowie für die Rollen von Inline-Skates und Skateboards verwendet wird. Das sind Branchen, die ich jetzt nicht unbedingt als verwandt bezeichnen würde. Jährlich werden weit über 12 Millionen Tonnen PU erzeugt – Großproduzenten sind BASF und die Bayer AG (die letzteren wollen jetzt, so habe ich vernommen, den sympathischen amerikanischen Konzern Monsanto kaufen – ja hurra).

Isocyanate (siehe oben bei der Herstellung von PU) können Allergien auslösen, und werden verdächtigt, Krebs auszulösen, angeblich nur im nicht ausreagierten Zustand. Wenn sie keine Monomere mehr enthalten sollte man es überleben. Richtlinien und Merkblätter dafür gibt es bei den Herstellern und der ISOPA.

Irgendwo muss ja wohl ein Haken sein, wenn man das Zeug anziehen, sich ins Gesicht schmieren, darauf liegen, damit Autofahren und sein Haus damit dämmen kann!

Totally awesome – or not?

Polly Perlon

Polly Perlon
Polly Perlon

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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