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23 Jun

Nur ein Wort: Terminator

Am Dienstag schossen die Beiträge wie Pfeile über meine diversen Social Media-Timelines. Dabei hätte ich in diesem einen Fall keine Live-Berichterstattung gebraucht, denn bei dem Event, von dem fleißig gezwitschert und gepostet wurde, fand ich mich im Publikum. Und jetzt, spät aber doch – nur ein Wort (oder zwei, oder drei) zum Austrian World Summit.

 

Die Organisation

Der Austrian World Summit fand klimaneutral statt. Das heißt, dass unnötige Aktionen vermieden und jeglicher CO2-Ausstoß (etwa durch die Anreisen der Teilnehmer im Flugzeug) kompensiert wurde. Auch vor Ort konnte man das spüren: Es gab weder überflüssige Ausdrucke, noch Goodies (die man ohnehin nicht braucht), die Namenskärtchen waren aus Papier und die dazugehörigen Bänder wurden gegen Ende wieder eingesammelt, das Essen war überwiegend regional und die gesamte Veranstaltung entsprach den Anforderungen des Austrian Green Meeting Labels.

Prinz Charles, der sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit einsetzt, steuerte eine Videobotschaft bei.

Die Veranstaltung

Den Auftakt des Austrian World Summit machte ein emotionales Video, bei dem yours truly schon Tränen in den Augen und Gänsehaut hatte. Emotionalitätsfaktor: Hoch! Der klang jedoch gleich wieder ab, als Bundeskanzler Christian Kern die Bühne betrat. Ich persönlich empfand die Rede weder besonders spannend noch überzeugend, aber nach dem zuvor gezeigten Video konnte man nur verlieren. Das erste, was mir eher negativ auffiel: Gefühlt jeder, dem an diesem Tag ein Mikrophon in die Hand gegeben wurde, musste einen (schlechten bis sehr schlechten) Terminator-Witz anbringen. Der einzige, bei dem das nicht übertrieben und peinlich wirkte, war Schwarzenegger selbst – er hat auch Übung. Die hat er auch darin, rhetorisch absolut am Punkt zu sein: Die Rede des ehemaligen Gouverneurs war ganz großes Kino. Abgesehen von dem relativ ausführlichen Trump-Bashing und der minutenlangen Lobesrede auf Kalifornien (es sei ihm vergönnt, immerhin haben sie tolle Initiativen) war die Rede wie aus dem Bilderbuch – emotional und kraftvoll positioniert. Darauf folgten dann wieder diverse Terminator-Witze – für diejenigen im Publikum, die so schwer von Begriff sind, dass sie immer noch nicht überrissen haben, dass Herr Schwarzenegger in seiner imposanten Karriere nicht nur Gouverneur sondern auch Schauspieler war. Ich persönlich hätte ja ein paar „Mr. Universe“-Anspielungen, als Abwechslungen zu „Hasta la vista, baby“, „The Terminator“, und „I’ll be back“, eingebaut.

 

Die Teilnehmer

Die Teilnehmerliste las sich wie ein „Who is who“ der nachhaltigen Entwicklung (Von Terry Tamminen über Princess Abze Dijgma waren einige tolle Sprecher an Bord), gepaart mit diversen österreichischen Unternehmern. Das sollte „Best Practice“-Beispiele aufwerfen – in Wirklichkeit schien es wie ein Versuch, vor Publikum zu netzwerken und sich selbst auf den Scheffel zu stellen (gerade von einigen nationalen Unternehmern). So konnten einige Teilnehmer nicht umhin, während der Diskussion ihren internationalen Kollegen gegenüber immer wieder zu erwähnen, wie gut sie nicht zusammenarbeiten könnten. Ja, das ist eh schön – aber könnte man das nicht später besprechen und auf der Bühne eine ordentliche Diskussion entstehen lassen?

Bei den eher gehaltloseren Beiträgen, die mich mit unzähligen offenen Fragen zurückließen – etwa dem der Österreichischen Hagelversicherung – dachte ich mir nur eines: Glücklicherweise ist Arnold Schwarzenegger in Österreich auf die Welt gekommen. Sonst gäbe es bei uns weder den Austrian World Summit noch sonstige Anerkennung. Den könnten wir uns weder leisten noch hätten wir ihn verdient.

Neben Beiträgen von Politikern aus Schweden, Norwegen und Co. wirkten unsere Ziele geradezu lächerlich. Die Stellungnahmen und Beteuerungen, die diverse österreichische Politiker (in teils mittelprächtigem Englisch) trafen, fühlten sich – wenn nicht schon vor Ort – übrigens direkt darauf schon sehr fadenscheinig an: Kurz nach den Bekennungen zum Klimaschutz wurden nur wenige hundert Meter entfernt im Parlament wichtige Klimainitiativen blockiert. Na, Hut ab vor so viel  ehrlich gemeintem Einsatz!

Die Abschlussworte von Monika Langthaler-Rosenberg, Alexander van der Bellen und Arnold Schwarzenegger.

Fazit

Natürlich ist mir bewusst, dass eine einzelne Konferenz nicht die Welt verbessern wird. Aber gemäß dem Motto der Veranstaltung hätte es weniger an theoretischem Input , öffentlichem Netzwerken, semi-ehrlichen Aussagen und unzähligen Terminator-Witzen gebraucht, sondern mehr Aktionen und echte Pläne. Denn obwohl die Veranstaltung top organisiert war und ich motivierter und engagierter hinaus gegangen bin, als hinein: Die fahle Vorahnung bleibt, dass wir uns beim nächsten Austrian World Summit am selben Stand befinden werden. Dennoch fand ich die Veranstaltung gelungen, und zitiere deshalb Arnold Schwarzeneggers Abschlussworte: I’ll be back.

 

Hasta la vista, baby,

Cora Cotton

Cora Cotton
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: cora.cotton@blog-mag.net

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