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7 Feb

Mode auf der Überholspur

Jeder von uns hat sich sicher schon gewundert, da er für September noch einen Badeurlaub in südlichen Gefilden gebucht hat, warum er kreuz und quer durch die Stadt hampeln muss, um einen Bikini kaufen zu dürfen. Antworten wie: „Na jetzt ist nix mehr da“ sind dann Gang und Gäbe. Dafür werden raue Mengen an Schals, Mützen und Handschuhen angeboten, ist ja logisch, es hat ja nur 32 Grad im Schatten, da sind diese Accessoires dringend erforderlich.

Aber woran liegt das? In der Modewelt geht es um Geschwindigkeit und jeder will der Erste sein, sei es bei den Designern oder in der Massenfertigung. Die Fashion Weeks und Messen für Herbst/Winter 2017/18 sind jetzt so gut wie gelaufen. Die Designer, aber auch die weniger bekannten Labels haben ihre fertigen Kollektionen präsentiert. Der Grund warum das so früh geschieht, liegt darin, dass die Stoffe und die Zutaten für die mehr oder weniger schönen neuen Modelle produziert werden müssen, was zwischen sechs und acht Wochen dauert. Die Kollektionen werden den Einzelhändlern angeboten, die Agenturen brauchen bei der Vor-Order dafür oft Zeit bis in den März hinein. Nachdem die Vor-Orders geschrieben sind, beginnt die Produktion – parallel dazu beginnen die Labels bereits mit der Entwicklung der nächsten Kollektion.

Bis hierher ist ja alles noch nachvollziehbar. Aber jetzt beginnt der Wahnsinn. Die Liefertermine starten meist Mitte bis Ende Juli, da in vielen südlichen Ländern im August die Produktionsstätten geschlossen sind und sie die Waren zuvor noch ausliefern wollen. Gleichzeitig beginnt der offizielle Ausverkauf im Juli oder nach Weihnachten (wobei ohnehin permanent Mid-Season-Sales stattfinden) und die eifrigen Einzelhändler schon die neue Ware in den Auslagen präsentieren. Man überlege sich bitte, wie lang die Ware bereits im Geschäft liegt, bis man Anfang Oktober mal darüber nachzudenken beginnt, sich ein etwas wärmeres Teil für die bevorstehende kalte Jahreszeit zuzulegen.

In diesem Business fahren alle auf der Überholspur, was zu einem Stau am Fashion-Highway führt und wir wissen aus Erfahrung, dann geht gar nix mehr. Fazit: Stillstand!

Mittlerweile scheinen die Geschäfte in der Textilbranche selbst zu Weihnachten so schlecht zu laufen, dass selbst die großen Ketten nach dem zweiten langen Samstag zu reduzieren beginnen. Das ist ein perfektes Mittel die Branche noch mehr in Schieflage zu bringen und es bringt vor allem die Einzelhändler in die Bredouille, deren Gewinnspannen ohnehin nicht so fett sind. Die Rechnung geht auch schön auf, wenn man reüssiert, wie viele von den bekannten Shops, beispielsweise in der Wiener Innenstadt, bereits auf nimmer Wiedersehen verschwunden sind.

Die Krise in der Textilbranche im Einzelhandel ist natürlich teilweise hausgemacht. Sich selbst und die Konkurrenz mit der neuen Ware überholen zu wollen, die teuren Mieten in den guten Innenstadtlagen, die Verkehrspolitik in den Stadtzentren – man kann ja kaum mehr wo sein Auto parken und Garagen verlangen Stundenpreise in der Höhe von zwei Milkshakes  – die allgemeine Tendenz der Kunden die Shopping-Malls aufzusuchen, denn dort haben sie „alles beieinander“ und parken drei Stunden gratis und „last but not least“ die stetig wachsende Tendenz im Internet Textilien zu bestellen.

Natürlich habe auch ich keine generelle Lösung für all diese Probleme, aber man könnte mal beginnen sich nicht permanent selbst zu überholen. Sicher ist nur, wenn nicht bald was passiert, werden nach und nach all die netten kleinen Boutiquen, in denen man noch Kleidung, sehr oft auch nachhaltig produziert, abseits des Mainstreams kaufen kann, verschwinden und wir werden in der „Global Player“ (ich will sie hier nicht nennen, wir wissen eh alle von wem die Rede ist) Einheitsmontur herumsausen und somit unsere modische Individualität an den Nagel hängen. Viel Spaß!

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen! (Aristoteles)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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