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16 Jun

Mit dem Strom gehen

Kennzeichnend für die gewonnene Macht und Aufmerksamkeit der Mode im 20. Jahrhundert war, dass verschiedeneste Mode- und Bekleidungsstile aufkamen, einen Hype erlebten und wieder abflauten. Das hat sich bis heute nicht geändert – das Internet und die voranschreitende Globalisierung führten bloß dazu, dass der Prozess noch schneller von statten ging (Stichwort: Fidget Spinners). Wenn es früher also ein gutes Jahrzehnt gebraucht haben kann, um gute und weniger erwähnenswerte Trends zu durchleben, schaffen wir das heute binnen einer Saison. Ich habe mich schneller an zerrissenen Hosenbeinen, Patches und Bomberjacken sattgesehen als sie gekommen sind, und jammere gerne über die „neuen“ Modeströmungen.

Dabei ist das Phänomen nicht neu. Modeströmungen gab es immer und – im essentiellen – kommen sie auch immer wieder zurück.

Modeströmungen stehen immer in starkem Zusammenhang mit den zeitweiligen Schönheitsidealen. Seit dem 20. Jahrhundert ist es (in Maßen) nicht mehr nur der Oberschicht möglich, sich „modern“ zu kleiden – die industrielle Entwicklung und die billiger werdenden Kleidungsstücke ermöglichten das auch den Mittel- bis Unterschichten.

Modeströmungen im 20. und 21. Jahrhundert

1900-1940er

Ganz im Geiste des Jugendstils wurde das 20. Jahrhundert mit bunter, vergleichsweise elegant-extravaganter Mode eingeleitet. Man trug einen Gürtel um die Taille, um sie zu betonen, und in Mode waren Schattierungen von Grün, Lila und Blau. Außerdem im Trend: Hüte in – heute noch oder wieder modernen – Pastelltönen. Zudem waren zarte Armbänder in Gold beliebt – oder in Formen wie einer um den Arm ringelnden Schlange. Auch die weniger Modeaffinen unter uns wissen – diese Trends sind nicht im 20. Jahrhundert geblieben. Um 1910 kam erstmals der knielange, taillenbetonende Rock in Mode – der, auf fast anstößige Weise, die Knöchel und Unterschenkel entblößte. Sacrebleu! Zeitgleich dazu entstand der Matrosenlook, zuerst für kleine Kinder, und später auch für Erwachsene – Weiß und marineblau, Schleifen, Streifen und Co. Kamen in Mode.

In den 20ern trug man Clubjacken, Seiden, und – was vielleicht nicht jeder weiß – die Hälfte der Frauen waren damals berufstätig und trugen Hosen (was ja beides später wieder aus der Mode kam). Ehe man sich versah kamen die breiten Schultern in Mode. Durch die im Krieg notwendig gewordenen Sparmaßnahmen wurde alt mit neu kombiniert und repariert – weshalb etwa neu aufgearbeitete Schuhe dazu führten, dass klobige Schuhe Gang und Gäbe wurden.

1950-1970er

Nach dem Krieg erschien der allseits beliebte Petticoat auf der Bildoberfläche, und lenkte den Blick weg von den wieder schmaler geschnittenen Schultern zurück zur Taille. Die Weiblichkeit wurde in vollem Maße von Marilyn Monroe, Brigitte Bardot und Co. zelebriert. Schulterfrei, Wespentaille, Weites Dekolleté – es gab keine Grenzen. Neben den Schnitten wurden auch die Farben immer greller und spiegelten ein breiteres Spektrum wider: Die 60er und 70er definierten sich durch provozierende Mode wie Seitenschlitze, Miniröcke, Colorblocking und Co.

1980-2010er

Die 80er zelebrierten die Extreme: hautenge Leggings, weite, kurze Oberteile, Netzhemden, Neonfarben – es gab nichts, was es nicht gab. An die Mode denkt man oft mit Schrecken zurück, und doch finden sich die Trends immer und immer wieder in den Geschäften. Die experimentelle Phase wurde ersetzt durch gedeckte Farben in weiß, blau und beige zu Beginn der 90er – Leinen gerieten in Mode, und der Ausspruch „ Je knapper, desto besser“ wurde offenbar zum gängigen Motto – abgesehen von Mustern und Schmuck, hier lebte man sich aus. Beliebt wurde außerdem der Norwegerpullover. In den 90ern gab es einen Bruch – von hier an gab es kaum etwas, was nicht erlaubt war, und die Auswahl wurde breiter und veränderte sich schneller. In den 2000ern blühten Trends wie der Military- oder Marine-Look auf (nicht zum ersten Mal), Pastelltöne kamen und gingen und freizügige Mode wurde endgültig gesellschaftsfähig.

Wenn wir heute auf die Einkaufsstraßen der Modemetropolen schauen, sehen wir es alles – Marine, Pastell, betonte Taille, Seitenschlitze, Colorblocking, minimalistischer Schmuck und mehr. Der Vorteil der heutigen Zeit ist, dass es aufgrund des breiten Angebots leichter ist, seinen eigenen Stil zu finden und nicht auf jeden Trend aufspringen zu „müssen“ – denn im Klartext: Wir haben doch eh alles schon mal gesehen.

Es lohnt sich nicht immer, einem Trend zu folgen. Passt die Modeströmung zu mir oder nicht? Muss ich mir das aktuelle It-Teil jetzt kaufen oder vermarkten sie es nur als neu und begehrenswert? Wir haben alles schon gesehen – neu ist unsere Möglichkeit, Modeströmungen aussetzen zu können. Das wäre doch mal eine Strömung an sich.

 

-Nelly Nylon

Nelly Nylon
Nelly Nylon

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: nelly.nylon@blog-mag.net

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