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16 Mrz

Meet: Laurel Koeniger

© Matthäus Stepan
Titelbild: © Matthäus Stepan

Die Szene der nachhaltigen Mode ist größer,als man gemeinhin denken würde. Wir wollen unser Scheinwerferlicht jetzt auf Blogger richten, die nachhaltig und bewusst leben – und diese Überzeugungen online mit uns teilen.

Den Anfang macht ein Male Blogger: Laurel Koeniger. Der junge Wiener Literaturstudent zeigt auf seinem Blog nicht nur, wie nachhaltige Mode (HIER) bei Männern funktioniert, sondern überzeugt auch durch gelungene Recherchen (HIER) und zwischenzeitliche Einblicke in seinen Alltag (HIER). Seine Texte begleitetet er mit Charme und Stilsicherheit, die ihn von klassischen Dreizeilern im World Wide Web abhebt – die Liebe zur Literatur ist klar herauszulesen. Wir sind bereits Fans und baten ihn daher um ein Interview. Und auch wenn Laurel gerade ein Semester in Schweden verbringt, hat er sich die Zeit genommen, uns einige Fragen zu beantworten…

Laurel Koeniger - The Person

Wie würdest du dich in einem Satz einer fremden Person vorstellen?
Gleich die schwierigste Frage zuerst! Ich würde wahrscheinlich sagen: „Hallo, Laurel, ich bin Blogger und Student aus Wien.“

Und wie würde dich ein/e Freund/in in einem Satz beschreiben?
Ich zitiere: „Man kann dich überhaupt nicht in einem Satz beschreiben.“ Ist ja irgendwie auch eine Beschreibung, oder? Auch, wenn sie vermutlich auf jeden Mensch zutrifft.

Du studierst ja Literaturwissenschaft – wie hast du dich für das Studium entschieden?
Ich schreibe einfach schon immer. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, in Büchern zu versinken, und auch, andere Sprachen zu lernen. Sprache an sich ist so unglaublich interessant. Da lag dieses Studium sehr nahe. Und es hat mich auch nicht enttäuscht.

Und welches Buch würdest du jedem ans Herz legen?
Vermutlich würde ich auf diese Frage immer dasselbe nennen: „Die Stadt der Träumenden Bücher“ von Walter Moers. Das schönste Buch über Bücher, das ich je gelesen habe. Ich habe mir aber vorgenommen, in jedem Interview zumindest auch ein anderes zu nennen. Was ich also noch empfehlen kann, ist meine absolute Lieblingsbuchreihe: „Skulduggery Pleasant“ vom irischen Autor Derek Landy. Die Reihe besteht aus 9 Bänden und schafft es jedes Mal, mich zu fesseln. Unglaublich humorvoll und spannend, mit Magie im genau richtigen Maß.

Was ist das Letzte, was du gegessen hast?
Uh, jetzt zufällig gerade einen warmen Couscous-Salat mit Zucchini und Pulled Chicken. War ziemlich gut und stärkend, bin nämlich gerade etwas kränkelnd.

Auf welche Charaktereigenschaft an dir bist du besonders stolz (und warum)?
Selbstlob stinkt, heißt es ja oft, aber ich denke, wenn man nicht weiß, was man an sich hat, hilft das auch keinem. Ich mag es, dass ich sehr kritisch bin und mich selten von Werbung oder Politik beeinflussen lasse. Ich vertraue nicht blind irgendwelchen Meinungen, selbst wenn sie von den besten Freunden kommen. Auf der anderen Seite sehe ich aber immer das Gute im Menschen. In den meisten zumindest. Ich kann das Schöne in kleinen Dingen sehen, eine Eigenschaft, die, wie ich bemerkt habe, leider vielen Leuten abhanden kommt, sobald sie älter werden.

Wo siehst du dich in zehn Jahren? Und in 50?
Das ist eine ungemein schwierige frage, da ich mir keinen „Lebensplan“ geschrieben habe. Ich mache viele Dinge und eines davon wird zum Erfolg führen. 10 Jahre sind (in meinem „Berufsfeld“) eine lange Zeit. Als Kreativer und Freischaffender verändert sich ständig etwas. Ich wäre dann aber gerne bereits erfolgreicher Autor, der von seinem Buchverkauf leben kann. In 50 Jahren hätte ich gerne ein schönes, helles und freundliches Haus, das seine vielen Gäste ein- und ausgehen sieht. Außerdem bin ich gefeierter Star-Autor und werde wöchentlich zu Diskussionen geladen- wo ich nicht erscheine, weil ich den Garten vor meiner Terrasse genießen muss.

Hand aufs Herz – was steht ganz oben auf deiner „Bucket List“?
Momentan? Ganz ehrlich; ein erfolgreicher Umzug in Wien, ein schöner Sommer dort und viele neue Bekanntschaften. Der zweite Punkt ist eine Reise nach Japan.

Deine Texte und Bilder wirken immer sehr durchdacht – aber wenn du dich entscheiden müsstest, was wäre dir lieber: Gute Bilder oder gute Texte?
Ich würde mich auf jeden Fall für den Text entscheiden. Gute Texte sind für mich einfach lesbar, aber gleichzeitig fesselnd und vermitteln ihre Botschaft, ohne mit der Keule zu schwingen. Wenn du deine Geschichte zwischen den Zeilen erzählen kannst, hast du es geschafft. Ich bin auf jeden Fall mehr Schreiber, als Fotograf.

Laurel Koeniger - The Blogger

Wie würdest du deinen Blog in einem Satz beschreiben?
Diese Ein-Satz-Fragen sind mir wenig sympathisch, muss ich zugeben. Aber ich würde wahrscheinlich sagen: Auf meinem Blog findet man Artikel zu Umwelt-Themen, fairer Mode und einem nachhaltigen Lebensstil, der Spaß macht.

Was uns an deinem Blog besonders begeistert, sind die ausgearbeiteten Stories, in denen du diverse Hintergründe aufzeigst – etwa zum Müll trennen oder zu Plastik im Meer. Wie lange arbeitest du an so einem Blogpost?
Das freut mich sehr, das sind nämlich tatsächlich die Artikel, für die ich immer am längsten brauche. Mit Schreiben, Fotos machen oder Bildrechte einholen und Recherche sind das meist an die 6-8 Stunden reine Arbeitszeit, schätze ich. Habe aber noch nie genau gemessen. Halbwegs gutes Recherchieren habe ich zum Glück in meinem Studium gelernt, das geht dann recht schnell.

Du bist ja auch einer der ersten deutschsprachigen Male Blogger, die Fair Fashion präsentieren – wie bist du auf die Idee gekommen, das Thema über einen Blog zu präsentieren?
Mein erster Blog existierte schon ein bisschen länger, ich habe dort Geschichten geschrieben, war mehr als Künstler unterwegs. Aber irgendwie hat sich das für mich nicht ganz richtig angefühlt. Die Texte waren oft zu tiefsinnig, und das bin ich nach außen hin eigentlich nicht. Irgendwann kam ich dann allgemein zur fairen Mode und da war plötzlich ein Riesen-Thema in meinem Leben, dem ich mich verschrieben habe. Der nächste Schritt war es dann, meine Entdeckungen zu teilen, auf dass immer mehr Menschen auf die Umstände in der Modeindustrie aufmerksam werden. Ich habe auch dann erst gemerkt, dass es zu diesem Thema schon viele Bloggerinnen gibt, aber keinen Mann gefunden. Warum also nicht mal einer der ersten sein?

Und gleich in Bezug auf deine Outfits: Was sind denn deine Lieblingslabels, und warum?
Das ist eine lustige Sache: Mein absolutes Lieblingslabel ist momentan das KnowledgeCotton Apparel, ich besitze aber kein Stück davon. Die haben unglaublich tolle Sachen und sind, zur Ausnahme, eine reine Herrenmarke. Ich habe zwar schon einiges anprobiert, aber in letzter Zeit einfach nie etwas Neues gebraucht. Ich promote Slow Fashion nicht von ungefähr, da muss man selbst mit Herz dabei sein. Armed Angels ist noch toll, oder auch hessnatur, bleed und TWOTHIRDS.

Welche Posts bedeuten dir am meisten?
Wie schon von dir erwähnt, finde ich auch meinen „Plastik im Meer“-Artikel gelungen. Das Thema Plastik liegt mir besonders am Herzen, weil man so leicht so viel verändern könnte, wenn mehr Menschen darüber nachdenken würden. Man braucht in seinem Leben einfach so gut wie kein Plastik, abgesehen davon, dass es giftig ist und im Endeffekt die Umwelt zerstört. Die Mode betreffend mag ich noch immer meinen „Ersten Post“ sehr gerne: „Was mich ärgert | Faire Mode und ein 3-Punkte-Plan“. Darin erzähle ich von den schlimmen Einflüssen, den Fast Fashion auf die Umwelt hat, stelle den Detox-Catwalk vor, in dem man sehen kann, welche Marken noch immer nachweislich hochgiftige Chemikalien verwenden, und gebe gleich darauf 3 kleine, einfache Tipps, etwas daran zu ändern. Meinen Beitrag über Matcha mag ich auch gerade gerne, weil ich finde, wenn man schon einen Hype lebt, sollte man zumindest wissen, worum es sich dabei handelt.

© Matthäus Stepan

Bei welchem Thema siehst du besonderen Aufholbedarf in der Gesellschaft?
Bedarf ist bereits das richtige Wort: Man muss einfach mehr darüber nachdenken, was man wirklich braucht. Wenn man sich diese Frage jedes Mal ehrlich beantwortet, wird der Konsum schon in einem beträchtlichen Maße zurückgeschraubt. Also: Weniger Konsum wäre wichtig. Aber das ginge natürlich total gegen den Kapitalismus. Und dann wäre es einfach wirklich wichtig, mal zu erfahren, wer wie meine Mode herstellt. Ich habe in der Schule nie etwas von den menschenunwürdigen Umständen in der Herstellung vieler Marken gehört und auch nur bei H&M gekauft, ohne jemandem etwas Böses zu wollen. Ich habe, wie alle anderen, einfach nicht nachgedacht, was hinter meinem neuen T-Shirt eigentlich steckt.

Wie stehst du zu Second Hand Kleidung? Gerade im Männerbereich gibt es da ja oft noch viel Aufholbedarf.
Ja, total viel Aufholbedarf! Ich muss zugeben, ich bin kein großer Second Hand Fan. Diese Einstellung wird aber natürlich vor allem davon unterstützt, dass ich auf meinen wenigen Second Hand Ausflügen nichts für Männer gefunden habe. Wenn überhaupt, gibt es mal in einer Ecke alte Uniformen, Tank-Tops oder seltsame Westen. Momentan versuche ich es also gar nicht mehr. Ich bin aber trotz meiner Einstellung total für Second Hand, da es die allerbeste Lösung für mehr Nachhaltigkeit ist.

Um auch noch auf deine Blogger-Kollegen und Kolleginnen zu sprechen: Welche anderen Blogs liest du denn besonders gern?
Ich lasse mich immer wieder und sehr gerne von Dariadaria inspirieren, lese gerne gedankenvolle Beiträge bei julesvogel und bewundere Vivi von Vanillaholica dafür, dass sie guten Content gleich mehrmals in der Woche bringt. Ein besonders schöner Blog aber, der mir persönlich am Herzen liegt, ist mehralsgrünzeug von Jenni. Sie schreibt unglaublich gut und nebenbei auch noch intelligent, was will man mehr? Ich würde dein Buch kaufen, Jenni!

Was sind deine nächsten Projekte und Pläne für den Blog?
Ich gehe es momentan eher ruhig an und will die Zeit in Stockholm nutzen, um weiter Artikel zur Nachhaltigkeit zu veröffentlichen. Vermutlich werde ich mehr Fokus auf gut recherchierte Stories legen, weil die mir mehr bedeuten und oft besser ankommen. Im Sommer wird es dann wieder mehr um Mode gehen. Bis dahin habe ich hoffentlich einen guten Fotografen in Wien gefunden. Falls das hier ein guter Fotograf liest: Ruf mich an!

Neugierig geworden?

Danke an Laurel für das feine Interview und die inspirierenden Einblicke!

He’s trying to be the change he wants to see in the world, and he’s succeeding!

Nelly Nylon

Nelly Nylon
Nelly Nylon

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: nelly.nylon@blog-mag.net

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