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28 Feb

Itsi Bitsi Petit Bikini

Der Bikini ließ niemanden kalt. Die turbulente Geschichte von ganz wenig Stoff, der über Jahrzehnte die Gemüter erhitzte.

Historisch gesehen gab es den Bikini schon im alten Rom. Man stieß auf Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert nach Christus in der Villa Romana del Casale auf Sizilien, worauf Frauen, die einen dem Bikini sehr ähnlichen Zweiteiler tragen zu sehen sind. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Sportlerinnen, denn die Römer galten als sehr körperbewusst. Die ersten Exemplare sind bereits 440 vor Christus auf attische Schalen gemalt, wo die Damen kleine Höschen und passende Brustbänder tragen.

Anschließend „in the dark ages“, die Katholische Kirche quälte ihre Schäfchen mit der Inquisition und grundsätzlich hatte man es sowieso nicht so mit dem Wasser (sich zu waschen galt nicht als oberste Priorität) tat sich im Bereich Bademode mal gar nix.

Erst viel später im 18. Jahrhundert erinnerte man sich an die Freuden des Badens und Schwimmens, jedoch herrschte eine strikte Trennung der Geschlechter an den Stränden. Es wurden Badekarren erfunden, die einem Mittelding zwischen einer Kutsche und einem Wohnwagen glichen. Sie wurden ins Meer gezogen, man bestieg das Ding von der Strandseite und glitt ungesehen an der dem Wasser zugewandten Seite in die Fluten – im Karren selbst zog man sich um. Die Aufgabe der Badebekleidung war es, so viel wie möglich zu bedecken und vor allem im Nassen nicht durchsichtig zu werden. Das Outfit bestand aus einem Hemd, einer Beinbekleidung (meist eine lange Unterhose), oft trug man darüber noch Röcke, deren Saum mit Gewichten beschwert waren, damit auch unter Wasser die Beinchen schön bedeckt blieben. Die Materialien waren Wolle und Baumwolle, beide sehr schwer im nassen Zustand, ebenso sind die Trocknungszeiten sehr lang. Die Damen mussten oft genug gerettet werden, da sie von der herrschenden Bademode in die Tiefe gezogen wurden.

Quelle: onboard.com
Die Bikinilängen der Frauen wurden kontrolliert, Quelle: all-that-is-interesting.com

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Badeanzüge auf den Markt. Teilweise akzeptiert wurden sie erst in den 1920er Jahren. Im Jahre 1928 wurde in den USA ein Zweiteiler präsentiert, bestehend aus Leibchen und Pumphöschen – die Urgroßmutter des Bikinis, wie wir ihn heute kennen.

Die wahre Revolution passierte aber erst nach dem 2. Weltkrieg, als Louis Rèard (erst Automechaniker, dann Modeschöpfer) sich einen aus lauter Dreiecken bestehenden Zweiteiler patentieren ließ. Dieser wurde nach dem Bikini-Atoll im Pazifik benannt, wo übrigens gerne Atomwaffentests durchgeführt wurden. Trotzdem blieb der Bikini an vielen Stränden Europas und der USA (dort sowieso) verboten – er war einfach zu „schamlos und skandalös“.

Aber Marilyn Monroe und Brigitte Bardot, sie trug diesen kleinen rosa Vichy-Karo Bikini am Strand während des Filmfestivals in Cannes 1953, zeigten den Moralaposteln schon wo Gott wohnt – und der Siegeszug des Bikini war unaufhaltsam. Außerdem war bereits Polyester erfunden, ein ideales Material für Badebekleidung, da es kaum Wasser aufsaugt und extrem schnell trocknet.

Louis Reard mit zwei seiner Models, Quelle: theapopkavoice.com

In den 1960er Jahren wurde Brian Hylands Song „Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini“ zum Hit und Ursula Andress entstieg im berühmten „Dr. No – Bikini“ (er hatte einen Gürtel), im gleichnamigen James Bond Streifen, den Wellen. Der nächst Skandal ließ nicht lange auf sich warten. Der in Wien geborene und später nach L.A emigrierte Rudi Gernreich entwarf den Monokini – später sprach man einfach von „Oben Ohne“.

Seit damals sind die Grenzen gesprengt, heute finden wir Bikinis in allen Formen, Farben und Varianten vor und natürlich haben sich auch die Materialien weiterentwickelt. Wir werden auch im Sommer 2017 wieder Triangel, Neckholder, Push-Up und Bandeau mit Hipster, Panty, Tanga oder Strings und was weiß ich noch alles sehen. Das Ziel: Look Sexy as Hell!

A bikini is like a barbed wire fence. It protects the property without obstructing the view. (Joey Adams)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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