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Fashion Trends A/W 16/17
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4 Sep

Fashion Trends A/W 16/17

Schon irgendwie anstrengend – jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage nach den Trends der bevorstehenden Saison. Wir, die in der Branche arbeiten, beschäftigen uns bereits mit Herbst/Winter 2017/18 – der Konsument wurde gerade mit den August-Ausgaben der Hochglanzmagazine teilweise über die Trends im Herbst/Winter 2016/17 informiert.

Aber was kommt wirklich modetechnisch auf uns zu in diesem Herbst und Winter – sicherlich nicht die Neuerfindung des Rades – eigentlich bedienen sich alle Designer an bereits Dagewesenem.

Die Inspirationen kommen aus den 1980er und 1970er Jahren, wir erleben Kollektionen die ich, um es zusammen zu fassen – „21st Century Punk Fetish Gothic Wave“ nennen würde. Ich hatte immer schon einen Hang dazu und finde die Art von Mode eigentlich rebellisch, rotzig und scharf. Ergänzt wird diese Strömung von „Vintage Military“ und den unvermeidlichen „Romantic Hippie Bohemians“. Außerdem sehen wir wie immer die „Sportive American East Coast Preppies“ und die markanteste Strömung würde ich als „Fashion Decay“ bezeichnen.

Die auffälligsten Features diesen Herbst sind die ausdrückliche Betonung der Schultern, die doppelreihigen Blazer und Mäntel, die wadenlangen Röcke und Kleider, viele Rüscherl, Mascherl, Spitzerln und von Musketierkrägen bleiben wir auch nicht ganz verschont. (Yippie – die Schulterpolster dürften sich bei der breiten jungen Masse durchsetzen – muss man auch einmal erlebt haben – einmal war mir jedoch genug).

Wir sehen aber auch sanfte A-Linien und manchmal einen sehr gut aufbereiteten, eleganten coolen 70ies Stil. Nicht uninteressant die Wiederverwendung von Orden, Broschen und Vintage-Uniform–Devotionalien, auch Passpoile in Gold oder Rot, die Ärmellösungen bei manchen Designern sind schlichtweg atemberaubend – wie immer man damit zurechtkommt. Die Bohemians ziehen nach wie vor ihre übergroßen Sweater und Cardigans an, zu denen sie wie üblich die Spitzenkleidchen mit Millefleur-print bemühen. Noch dicke Stricksocken dazu, Boots und fertig. Bei den Preppies tut sich eh nix, das erleben wir in Abwandlungen schon seit wir denken können und es langweilt mich wirklich immer wieder. Nach wie vor ist die „hübsche“ Ivy-League Mode aber ein großes Thema, wahrscheinlich weil sie so kleidsam ist.

Bei den Jacken und Mänteln fallen uns Daunengebilde in super-oversized auf, die schon mehr an Bettdecken erinnern, als an Kleidungsstücke. Es gibt aber auch wunderbar aufbereitete Relikte aus den 80ern wie kurze Spenzer im Husarenstil oder lange Redingotes mit tollen Metallknöpfen.

Dazu tragen wir Marlenehosen mit hohen Taillen, nach wie vor noch mal die Culottes oder Breeches, bei denen aber der Schritt dann doch tiefer sitzt. Die Röcke sind lang und fließend, auch Midi in leichter A-Linie, für den 21st Punk… Look werden wir sie aber kurz und eng tragen. Auch oben herum ist alles erlaubt von den Rüschen, bis zum Rollkragen, den großkarierten Hemden, den Spitzenblüschen mit dem Mascherl am Hals, lang – kurz und alles dazwischen, auch hier interessante Ärmellösungen.

Bei den Kleidern finde ich, zu ohnehin allen bisher dagewesenen Varianten, noch das durchgeknöpfte Mantel- oder Hemdkleid erwähnenswert.

Wir schwelgen diesen Herbst in Unmengen von Spitze, Samt und Pannesamt uni und bedruckt, Bouclè, Organza, Latex, Vinyl, Taft, Denim und Strick ohne Ende – und wir kombinieren diese Materialien auch kreuz und quer – was spannend rüberkommt. Karo ist ein großes Thema, sowie superbunte Drucke und überdimensionale Aufdrucke, dazu gibt es noch allerlei Aufnäher, Pulswärmer, Schals, Broschen und Medaillen.

Wir werden häufig in Farbschattierungen von magenta über pink zu puder- und letztendlich babyrosa zu sehen sein, auch rot und koralle dürfen nicht fehlen. Schwarz, weiß, navy und oliv, sowie „multiple shades of grey“ sind Standard. Ein wenig lavendel muss auch sein und nicht zu vergessen: Achtung! Töne von safran bis senf! Auf die Fashionvictims, die diese Farben, in Kombination mit winterlicher Blässe tragen, freu ich mich schon besonders – aber immer nur schwarz ist auch feig!

Zu guter Letzt für die wirklichen Trendsetter, oder sollte ich besser die Mutigen sagen, das Thema mit der apokolyptischen Botschaft: „Fashion Decay“, wo wir technische Materialien sehen wie Latex und Vinyl, auch in metallischer Optik. Nicht definierte Silhouetten, gerissene Nähte – Patchwork oder Fransen. Ein anarchistischer Look, der vielleicht auch die Situation, in der sich die Textilindustrie befindet, mit all ihren Auswirkungen auf Umwelt und Mensch transportiert und reflektiert.

When Fashion talks, everybody listens.

Polly Perlon

Bildquelle:
www.vogue.de

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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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