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19 Dez

Fashion Classics: Trenchcoat

Der Trenchcoat ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Garderobe – immer fashionable, immer Understatement, begleitet er uns in seiner heutigen Form schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts durchs Leben. Wie viele andere Klassiker, fand er seinen Ursprung in der Militär-Bekleidung.

Der Trenchcoat (engl. trench = Graben, Schützengraben, coat = Mantel) ist ein mittellanger, meist doppelreihiger Regenmantel ohne Kapuze aus Gabardine oder Popeline mit Gürtel. Inspiriert von den Mänteln der Londoner Kutscher, entwickelten die Firmen Burberry und Aquascutum zeitgleich und unabhängig voneinander ebendort Ende des 19. Jahrhunderts diesen Mantel für die britische Armee.

Trenchcoats werden aus Gabardine oder Popeline gefertigt. Bei Gabardine handelt es sich um eine Webart, bei der die Gewebestruktur diagonal läuft. Materialien wie reine Schurwolle, Wolle, Baumwolle, Viskose, Synthetik oder Mischungen daraus, werden in Gabardine gewebt. Oftmals wird mit Elasthan verfeinert.

Historisch gesehen war Popeline ein Krepp-Gewebe aus Seide und Wolle, seit dem 20. Jahrhundert wird die Bezeichnung Popeline für ein dichtes Gewebe aus verschiedenen Garnen (Baumwolle, Leinen, Chemiefasern …) in Leinwandbindung, der einfachsten Bindung, verwendet.

ALL TIME CLASSICS

Der Trenchcoat lässt sich auf den Greatcoat oder Coachman`s Coat des 18. Jahrhunderts zurückführen. Anfang des 19. Jahrhunderts begann man in Glasgow, Schottland Straßenbeleuchtung zu installieren. Es wurde beim Abbau von Kohle gewonnen, bei einem weiteren Nebenprodukt handelte es sich um  Kohle-Teer Naphta, womit man Gummi auflösen kann.

Um 1824 gebar Charles Macintosh in Manchester die Idee, wasserfeste Regenmäntel zu produzieren. Zu diesem Zwecke, applizierte er eine selbstklebende Gummilösung, durch Kohle-Teer-Naphta erzeugt, auf Stoff. Der Versuch war allerdings ein absoluter Fehlschlag, die Mäntel stanken und gaben toxische Dämpfe ab, wurden in der Hitze klebrig und in der Kälte steif ohne Ende. 30 Jahre später brachte die britische Firma Hellewell eine wesentlich verbesserte Version des Mantels auf den Markt, man sprach aber weiterhin vom Macintosh.

Zirka zur gleichen Zeit arbeitete John Emray ebenfalls an der Entwicklung eines wasserabweisenden Regenmantels, den er Aquascutum (Wasser-Schild) nannte. Es handelte sich um einen Doppelreiher, der bis zum Knöchel reichte und den er an die britische Armee verkaufte. Einsatzgebiete waren der Krimkrieg, aber auch der US-Sezessionskrieg.

Thomas Burberry verfolgte bei seiner Version des wasserabstoßenden Regenmantels einen anderen Zugang. Er verwendete hochwertige ägyptische Baumwolle, die vor und nach dem Weben wasserfest ausgerüstet wurde. Er nannte das Material Gabardine, eine damals bereits bestehende, jedoch in Vergessenheit geratene Webart. 1879 ließ er es als Marke eintragen. Es war wesentlich leichter, geruchsfrei, aber genauso widerstandsfähig und wasserfest wie die Produkte seiner Konkurrenten. Auch Burberrys Mäntel wurden für militärische Zwecke (1. Weltkrieg) eingesetzt und kamen bei Amundsens Expeditionen zum Einsatz. Dieser Mantel wurde als Tielocken Trench 1912 patentiert.

BURBERRY & AQUASCUTUM

Bis auf die variierenden Längen sah der Mantel Anfang des 20. Jahrhunderts dem heutigen schon sehr ähnlich. Epauletten und D-Ringe bildeten ein prominentes Merkmal. Die Mäntel, hauptsächlich in sand, oliv, khaki, dunkelblau und grau gehalten (Farben, die Army + Navy zur Tarnung verwendeten, abhängig vom Einsatzgebiet), waren bereits mit kariertem Innenfutter (1880/90er Jahre Standard) gefertigt.

Nach dem Ende des WWI verzeichnete die britische Armee einen gewaltigen Überschuss an Trenchcoats, die in den folgenden Jahren an Zivilisten verkauft wurden. In den späten 40er Jahren kleidete Hollywood seine männlichen und später auch die weiblichen Stars mit dem Mantel ein. Man denke an „Casablanca“ mit Humphrey Bogart, oder den „Maltese Falcon“ (beide Filme – Kostüme Orry-Kelly) unter der Regie von John Huston, wo Humphrey Bogart in der Hauptrolle und Peter Lorre, ein emigrierter Wiener, zu sehen sind.

Auch legendär Gary Cooper in „Sergeant York.“ Ebenfalls berühmt Audrey Hepburn bei ihrem Auftritt in „Frühstück bei Tiffanys“ (Kostüme Edith Head), wenn sie mit George Peppard, beide im Trench, im Regen die blöde Katze suchen. Ebenfalls prominente Trenchcoat Träger waren Peter Falk als Inspektor „Columbo“, Stacy Keach als „Mike Hammer“ und Peter Sellers in „Pink Panther“ – der Trench war und ist das Kleidungsstück der Detektive in Film und Fernsehen.

Bis heute ein ewiger Klassiker, haben sich die Materialien jedoch sehr dem 21. Jahrhundert angepasst. In den 70er Jahren entwickelte Aquascutum Aqua 5, eine Polyester/Baumwoll Mischung, die sich als noch wasser- und windresistenter erwies. High-tech Materialien sind auch hier nicht mehr wegzudenken. Burberry und Aquascutum Trenchs gelten als Sammlerstücke, speziell die Vintage Varianten.

„We`ll always have Paris!“   (Humphrey Bogart im Trench als Rick Blaine zu Ingrid Bergmann in „Casablanca“)

Elvira Trevira

Alle Fotos Pixabay

Polly Perlon
Polly Perlon

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