Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
17 Mai

Ewiger Klassiker – Das Poloshirt

Ein Leben ohne Poloshirt kann man sich kaum vorstellen, es gehört in unsere Garderobe wie die Jeans oder Sneakers. Das Poloshirt wird auch als Tennis-Shirt oder Golf-Shirt bezeichnet, ist meist kurzärmlig und weist eine Zwei- oder Dreiknopfleiste auf, eine Brusttasche ist optional. Ausschließlich gewirkt (gestrickt), in Pique, wird es vorrangig aus Baumwolle, aber auch Seide, Merinowolle oder synthetische Fasern und deren Gemischen angeboten.

Modeikone – Poloshirt

Piqué ist ein meist baumwollenes Gewebe mit abwechselnd erhöhten und vertieften Stellen. Es erscheint wie gesteppt (piqué) und gehört zu den Doppelgeweben, wir erkennen es an der gekörnten Optik.

Die historische Entwicklung des Poloshirts ist unweigerlich mit drei Namen und dem Tennissport verbunden, vorrangig mit dem von Renè Lacoste (1904 – 1996). Er war siebenfacher Grand Slam Tunier Gewinner, fand aber die in den 20er Jahren übliche Tenniskleidung sehr hinderlich. Aus diesem Grund entwarf er ein kurzärmliges, gewirktes Baumwoll-Pique Shirt mit flachem Strickkragen und einer kleinen Knopfleiste. Hinten war es etwas länger als vorne („tennis-tail“) – erstmals trug Lacoste es 1926 zu den U.S Open. Die amerikanische Presse nannte ihn am Court „the crocodile“, aus diesem Grund stickte er ein kleines Krokodil an die Brust (1927). Nachdem er sich 1933 aus dem aktiven Tennissport zurückzog, vermarktete er das Shirt mit seinem Freund und Geschäftspartner, Andrè Gillier, er war Textilhändler, in Europa und den USA.

Zu dieser Zeit trugen Polospieler Oxford Hemden mit Button-down Krägen (die Knöpfe waren wichtig um zu verhindern, dass die Kragenspitzen während des Reitens nicht die Sicht verdeckten). Sie waren jedoch genauso unpraktisch wie die frühen Tennishemden und bald übernahmen die Polo Spieler das Shirt von Lacoste. 13 Jahre zuvor (1920) begann Lewis Lacey, ein in Montreal lebender britischer Polospieler mit der Produktion eines Shirts mit dem Logo eines Polospielers, was ursprünglich das Clubabzeichen des Hurlingham Polo Club in der Nähe von Buenos Aires war. Der Begriff Poloshirt wurde ab den 1950er Jahren generell für diese Art von Shirts verwendet.

Ein weiterer Name der unzertrennlich mit dem Poloshirt in Zusammenhang gebracht wird ist Frederick John „Fred“ Perry (1909 – 1995). Ebenfalls ein Tenniscrack, gewann er doch acht Grand Slam Turniere und dreimal Wimbledon. Abgesehen davon war er auch Tischtennis Weltmeister 1929, einem Sport übrigens, bei dem man keine weißen Leibchen tragen darf. In England, als Sohn eines Baumwoll-Spinnerei-Besitzers und Abgeordneten des Parlaments geboren, zog er später in die USA und wurde 1938 US-Staatsbürger. Er war ein Playboy und hatte unendlich viele Affären, unter anderem auch mit Marlene Dietrich.

Ursprünglich entwickelte er gegen 1940 gemeinsam mit dem österreichischen Fußballspieler Tibby Wegner ein Schweißband für die Handgelenke, das in Massenproduktion ging und die Firma „Fred Perry“ war geboren. Ihr nächster Coup war ein schmalgeschnittenes weißes Baumwoll-Pique Shirt, das ebenso hochwertig verarbeitet war wie zuvor schon die Schweißbänder. Der schmale Schnitt war sehr beliebt und Wegner schlug vor den Lorbeerkranz als Logo zu verwenden.

In den 60er Jahren, als in den Londoner Suburbs die Mod-Bewegung entstand gab es einen neuerlichen Aufschwung für das Poloshirt, vor allen für die Fred Perry Shirts. Der slim-fit passte perfekt zu den schmal geschnittenen Anzügen und Hosen, die die vespafahrenden Jungs trugen. Zu diesem Anlass wurde auch die Farbpalette erweitert. Der Stil dieser Zeit, in der Poloshirts eine tragende Rolle spielten, wird in Antonionis „Blow Up“ hervorragend dokumentiert, fand aber grundsätzlich in ganz „Swinging London“ mit seiner Pop-Art und vor allen in den Boutiquen auf der „Carnaby Street“ Einzug. Nicht nur „The Who“ und „The Small Faces“, auch „Amy Winehouse“ war ein Fan der Poloshirts.

Bis zum heutigen Tag hat sich wenig verändert an Schnitt, Wirkart und Material. Das Poloshirt ist ein Massenprodukt, das hauptsächlich in Fernostasien produziert wird (auch von den teuren Marken). Zu bemerken ist noch, dass es Männer auch gern in Candy-Colours wie pink, babyrosa, babyblau, mintgrün und blassgelb tragen, neben den Klassikern rot, navy, flaschengrün, weiß und schwarz.

Das Poloshirt galt immer als ein Bekleidungsstück der “Upper Class“, die East Coast Country Clubs und Ivy League Unis sind voll davon, man kann es durchaus als Base des „Preppy Style“ bezeichnen.

„Even if it’s a polo shirt and chinos, they should be the best possible quality and fit perfectly.“    (Michael Bastian – amerik. Designer)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

No Comments

Leave a reply

Instagram