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19 Apr

Ertè – Prince of Art-Dèco

Ertè, hieß eigentlich Romain de Tirtoff und war ein russischer Aristokrat, der die Epoche des Art-Dèco maßgeblich geprägt hat.

Man kann den 1892 in St. Petersburg geborenen Illustrator, Maler, Bühnen- und Kostümbildner wohl am besten als vergessenen Künstler bezeichnen. Eine Karriere in der russischen Seeflotte war der Wunsch des Vaters, selbst ein Admiral in eben dieser, was Romain aber strikt ablehnte. Schon in frühester Kindheit fühlte er sich zu den schönen Künsten hingezogen, erhielt Zeichenunterricht von Privatlehrern und ging im Alter von zwanzig Jahren nach Paris. Den Namen Ertè gab er sich selbst, es sind die Initialen R und T französisch ausgesprochen, um die konservative russische Familie nicht zu beschämen.

In Paris arbeitete er zu Beginn bei dem berühmten Couturier Paul Poiret. Dieser hatte sich einen Namen durch seine für die damalige Zeit unkonventionellen Modelle gemacht, wie etwa dem Hosenrock oder dem Humpelrock, das Korsett ließ Poiret völlig beiseite. Er installierte eine Schule, die er nach seiner jüngeren Tochter Martine benannte, wo Mädchen das Modehandwerk nach dem Vorbild der Wiener Werkstätte erlernen konnten. Ebenso gründete er ein Unternehmen, in dem auf Basis von Rosen Parfums kreiert wurden, diesem gab er den Namen seiner älteren Tochter Rosine, es handelte sich um die ersten Designer Parfums, schon lang bevor Coco Chanel das legendäre No. 5 auf den Markt brachte.

Aber zurück zu unserem jungen, russischen Aristo. 1915 schon veröffentlichte das Magazin Harper`s Bazaar Ertès Illustrationen. Insgesamt arbeitete er über 22 Jahre für das Journal und lieferte über 250 Modeentwürfe dafür ab. Aber auch die Vogue, Cosmopolitan und Art de Industrie veröffentlichten seine Werke.

Speziell seine Mode- und Kostümentwürfe waren von einer leichten, feenhaften Eleganz dominiert. In seinen frühen Pariser Jahren entwarf er ein Ensemble für die „französische“ Sängerin Gaby Desly, ein It-Girl ihrer Zeit, sie pflegte Affairen mit Königen und Herzögen auf internationaler Ebene. Bei meiner Quer-Recherche über sie, stieß ich auf das Buch „Glamouröse Wienerinnen“ von Werner Rosenberger. Dort wird die Dame als Hedwig Nawratil beschrieben, die als Stubenmädel bei einer betuchten Familie am Cerninplatz im zweiten Bezirk arbeitete, nebenberuflich im Prater tanzte und sang, aber hauptsächlich reiche Männer abzockte. Aus diesem Grunde war sie auch polizeilich bekannt.

Ertès Kreativität machte weder vor dem Theater, der Oper, aber besonders vor den aufwendig inszenierten Revuen dieser Zeit, nicht Halt. Folies-Bergère in Paris, die Oper ebenda, Ziegfeld-Follies in New York, etliche Broadway-Stücke und nicht zuletzt Hollywood begehrten seine Bühnen- und Kostümbilder. Metro-Goldwyn-Mayer engagierte ihn unter anderem für das mehrfach Oscar gekrönte Epos Ben-Hur.

Sein Wirkungsbereich erstreckte sich über die bereits erwähnten Bereiche, hin zum Modedesign, Schmuck, der grafischen Kunst, sowie dem Interior-Design, hier entstanden vor allem Bronzeskulpturen. Ertè gilt als einer der Hauptvertreter des Art-Dèco und sein Stil lässt sich als synthetischer Kubismus, verlinkt mit exotischen Dekorativismus, beschreiben.

 

In den 60er Jahren ermutigte ein geschäftstüchtiger Galerist Ertè, seine Illustrationen und Skulpturen zu vervielfältigen, was dieser auch tat und es entwickelte sich ein wahrer Boom um diese Reduplikationen.

Bis zu seinem Tode, am 21. April 1990 blieb Ertè, angetrieben von seiner unbändigen Kreativität, künstlerisch tätig. So gestaltete er einerseits für Andrè Hellers Revue „Flic-Flac“ Bühnenbild und Kostüme, andererseits für den französischen Cognac-Produzenten Courvoisier eine „limited edition“ von Flaschen.

Die Werke Ertès kann man heutzutage im Victoria and Albert Museum (London), dem Metropolitan Museum of Art (N.Y), dem Los Angeles County Museum of Art (LACMA), sowie im Museum 1999 in Tokyo, bewundern.

Bad artists copy. Good artists steal. (Pablo Picasso 1881-1973)

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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