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12 Apr

Elasthan – Held der Silhouette

Manchmal, aber nur manchmal, liebe ich petro-chemische Produkte – im Fall von Elasthan ist das so – denn wenn es kein Elasthan gäbe, würden wir immer noch in ausgeleierten T-Shirts rumlaufen. Sappalott!

Elasthan ist eine extrem elastische synthetische Chemiefaser aus Block-Copolymeren und setzt sich aus Polyurethan (85%) und Polyethylenglykol (Polyether) zusammen. Das Urethan bildet die steifen und elastischen Segmente, die gummiartigen Polyetherblöcke sind stark zusammengeknäult, können aber leicht gestreckt werden. Durch diese Kombination entsteht eine extrem hohe Dehnbarkeit.

So – das war jetzt genug Chemie. Elasthan wurde laut meinen Recherchen schon 1937 in Deutschland erfunden es gibt in der Natur keine Faser, die nur annähernd die Eigenschaften des Elasthan aufweist. Allerdings hat 1959 der amerikanische Chemiker Joseph Shivers ein Verfahren zur Herstellung im großen Stil für die Firma Du Pont entwickelt. Seit 1962 wurde die „Fiber K“ unter dem Markennamen Lycra vertrieben, im amerikanischen und asiatischen Raum spricht man von Spandex, weitere Marken sind Dorlastan (Bayer AG) und Linel. Also alles das gleiche, im Volksmund wird es einfach „stretch“ genannt.

Interessant sind die Eigenschaften des Materials, wobei man hinzufügen muss, dass es immer nur als Gemisch auftritt, am häufigsten mit Baumwolle, Viskose aber auch mit Polyester. Es dehnt sich bis zu 700% und die Reißlänge liegt bei 8 bis 15 Kilometer! Die Feuchtigkeitsaufnahme ist äußert gering, daher auch der großflächige Einsatz in der Bademode. Durch die wunderbare Elastizität sind Materialien, denen die Faser beigemischt ist, höchst formbeständig. Lästiges Ausleiern passiert nur, wenn man es zu heiß wäscht, die Hersteller empfehlen übereinstimmend die 40 Grad Wäsche. Die Faser lädt sich nicht elektrisch auf und ist „Pilling“ resistent. (Das sind diese kleinen Knötchen, die bei Oberflächenreibung entstehen). Auf den Pflegekennzeichnungen wurde Elasthan früher übrigens mit EL angegeben, heute finden wir dafür PUE vor – das bezieht sich auf das Polyurethan.

Der Einsatzbereich für Elasthan ist beinah unbegrenzt. Vor allem die Sportbekleidungsindustrie ist ein weites Feld dafür, begonnen bei Bademode bis zur Yoga-Abteilung endet es noch nicht mal bei den Extremsportlern. Die Bewegungsfreiheit machts! Aber auch vor Strümpfen und Socken und Lingerie macht die Faser nicht halt. Die Firma Fiorucci verwendete als erster Jeanshersteller Elasthan in ihren Denims. Danke Elio Fiorucci! Daneben ist Elasthan noch ein Big-Player in der Fetisch-Szene – eh klar – und auch Magier verwenden die durchsichtigen ultradehnbaren Fäden für ihre Tricks.

Fashion is architecture: It’s a matter of proportions. Coco Chanel (1883 – 1971)

Polly Perlon

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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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