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18 Mrz

Die Frau mit den goldenen Augen

Verena Altenberger ist Schauspielerin, einer der liebenswürdigsten Menschen die ich in letzter Zeit kennenlernen durfte, hat eine unglaublich beruhigende Präsenz, das Aussehen eines italienischen Filmstars aus der Zeit, wo italienische Filme noch gut waren und…goldene Augen.

Wir trafen uns nachmittags in einem kleinen „cozy“ Cafè im siebten Bezirk, ihrem verlängerten Wohnzimmer, wie sie mir verriet. Ich kam natürlich strebsam, mit einer Liste Fragen bewaffnet zum Interview – hätte ich mir sparen können – denn es verwandelte sich augenblicklich in ein Gespräch wie unter Freundinnen. Wir kennen Verena Altenberger unter anderem aus Ruzowitzkys Film „Die Hölle“, aus TV-Serien wie „Magda macht das schon“, „Altes Geld“, oder „Schnell ermittelt“ und dem „Tatort“ natürlich, unser aller Sonntag-Abend Krimi mit Kultstatus.

Verena erzählt von ihrer Kindheit in Salzburg, wo sie seit ihrem dreizehnten Lebensjahr auf einem Musterbauernhof, der an eine landwirtschaftliche Schule angeschlossen war, aufwuchs. Ihre Mutter, die in Wien an der Universität für Bodenkultur studierte und leider viel zu früh verstorben ist, fungierte dort als Direktorin. Ihre Mutter scheute sich nicht, das Risiko einzugehen, den ganzen Betrieb peu à peu in einen 100% biologisch nachhaltig produzierenden Bauernhof umzuwandeln, was ihr selbstverständlich auch gelang.

Der Wunsch Schauspielerin zu werden, war schon seit ihrer frühen Kindheit ausgeprägt. Eigentlich seit sie drei war. „Obwohl wir niemals ins Theater gingen, oder andere kulturelle Sachen unternahmen“, fügt sie nachdenklich ein. Sport war ein großes Thema in der Familie. Nach der Matura machte sie sich nach Wien auf, um die Aufnahmeprüfungen am Konservatorium respektive am Reinhardt-Seminar abzulegen… und fiel glatt durch. „Ich stand da und las einfach aus einem Reclamheftl vor“, lacht sie. Der Traum von der Schauspielkarriere schien geplatzt zu sein. Was machen 18-jährige Mädchen nach einer verhauten Prüfung – genau – sie rufen die Mama an. Die weiß immer was zu tun ist und sagte in Verenas Fall: „…dann inskribier` doch Publizistik und Kommunikationswissenschaften“. Gesagt – getan und oh Wunder, das Studium machte Verena wirklich Spaß und sie schloss es bravourös ab. Währenddessen aber, das Schauspiel rumorte immer noch im Hinterkopf herum, ging sie allabendlich ins Theater, sah sich österreichische Filme an, nahm an Workshops teil und bewarb sich letztendlich für einen der sechs Plätze des Jungen Burg Ensembles am Wiener Burgtheater, landete einen davon und spielte dort fortan alle möglichen Haupt- und Nebenrollen, Schauspielunterricht war inkludiert. Ab diesem Zeitpunkt ging‘s steil bergauf und wer mehr über ihre Karriere wissen möchte, dem empfehle ich, auf Verenas Homepage nachzulesen (www.verena-altenberger.com). Ich war auch neugierig, wie sie elendslange Texte, beispielsweise fürs Theater lernt. Sie meinte, sie lese den Text durch und hinterfrage die einzelnen Worte, die die zu verkörpernde Person spricht – so bekommt man auch ein Gefühl für den Charakter der Figur – es gibt ja keine Bedienungsanleitung am Beginn des Stücks. „…Und ein fotografisches Gedächtnis hilft auch“, grinst sie.

Spannend auch ihre Erklärung zur Sterbeszene in „Die Hölle“, in der ihr als das Mordopfer die Kehle aufgeschlitzt wird. Wochenlang vorher schon begannen die SFX-Maskenbildner Abdrücke und Fotos von Teilen ihres Kinns, Halses und Dekolletés anzufertigen, um danach Silikonhäute anzufertigen. Die Maske anzulegen dauerte Stunden, Unmengen von Make-Up, Kübel voller Filmblut und was weiß ich noch alles, waren nötig. Der „Killer“ bekam ein echtes, jedoch stumpfes Messer in die Hand gedrückt und dann wurde x-mal geübt, damit es beim Take klappt. Übrigens hat mir Verena anvertraut, dass Blutabnahme-Szenen im Film oft real sind, für manche Rollen muss man also anscheinend wirklich bluten.

Vor einigen Tagen erst kam Verena von der Berlinale zurück, wo der Film „Die beste aller Welten“, in dem sie die Hauptrolle – eine heroinabhängige Mutter – spielt, gelaufen ist und mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet wurde. Regisseur ist der 25-jährige Salzburger Adrian Goiginger, der darin seine eigene Lebensgeschichte aufarbeitet.

Der Film berühre `` mit seinem sensibel inszenierten, herausragenden Ensemble, ohne kitschig zu werden und geht mit seiner unprätentiösen Bildgestaltung unter die Haut, ohne voyeuristisch zu sein `` , begründete die Jury ihre Wahl.

Ich befrage Verena über den Auftritt am „Red Carpet“ und hab bei ihrer Antwort den Eindruck, dass dies nicht so ganz ihre Welt zu sein scheint, sondern etwas, dass halt zum Biz dazugehört. Sie trug übrigens eine schwarze Spitzenrobe von Lena Hoschek an diesem Abend. So gleiten wir auch zum nächsten Thema über, nämlich ihr Verhältnis zur Mode. Nachhaltigkeit, speziell im Bereich Mode, liegt ihr besonders am Herzen und die katastrophalen sozial-ökologischen Zustände in den Produktionsländern kritisiert und verurteilt sie aufs Härteste. Verena selbst trägt bei offiziellen Anlässen gerne mal Lena Hoschek, ein österreichisches Label, das vollkommen nachhaltig produziert. Ansonsten bevorzugt Verena Mode aus „Second-Hand-Stores“, sie erzählt auch, dass sie und ihre Freundinnen untereinander oftmals Kleidung tauschen oder verschenken. „Ich konsumiere so wenig wie möglich“, ist ihr Statement. Danke Verena!

In der Fotostrecke sehen wir Verena Altenberger in „Lena Hoschek“ und „Miss Lillys Hats“.

 

Everything I learned, I learned from the movies.

Polly Perlon

Fotos: Nikola Stojkovic
Outfits: Lena Hoschek
Accessoires: Miss Lillys Hats
Location: IQ Bar
Kamera: Nikon D5600

Polly Perlon
Polly Perlon

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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