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30 Jan

Der Juwelier der Kaiserin

Wien 1814, der kleine französische General ist endlich nach St. Helena verfrachtet worden, in Wien wird Europa neu geordnet und der Kongress tanzt – hauptsächlich. Nebenhandlung: Jakob Heinrich Köchert trifft auf den Goldschmied Emanuel Piotè und so beginnt eine Erfolgsstory, die bis heute andauert.

Die Wiener und bald auch die internationale Gesellschaft kauft bei Poitè et Köchert, Fürsten und Prinzen, der gesamte europäische Adel bestellt bei ihnen Geschmeide für ihre Ehefrauen und wahrscheinlich auch für die Mätressen. Ein vom Kaiser beauftragtes rosettenartiges Diadem für Erzherzogin Sophie erlangt internationale Anerkennung und alsbald wird dem Hause der Titel „Kaiserlicher Hofjuwelier“ verliehen.

Alexander Emanuel Köchert, daher auch das A.E. im Firmennamen, pflegte intensive Kontakte und Freundschaften mit der kreativen Elite der Monarchie, unter anderem auch mit Theophil Hansen, der für die heute noch im Original erhaltene Geschäftseinrichtung im Stammhaus am Neuen Markt 15 im ersten Bezirk verantwortlich zeichnete.

Nach der Vermählung des Kaisers mit der jungen, schönen Elisabeth aus Bayern am 24. April 1854, gelingt der Firma wiederum eine Meisterleistung. Sissi war von dem mit Sternen übersäten Kostüm der Königin aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, derartig fasziniert, dass der verliebte junge Kaiser A.E. Köchert beauftragte, solche Sterne zu kreieren und anzufertigen. Der Rest ist Geschichte. Die wohl berühmtesten Schmuckstücke Österreichs wurden von Franz Xaver Winterhalter für immer auf Leinwand gebannt. Sissi in einem traumhaften Kleid, in ihrem Haar blitzen die Sterne von Alexander Emanuel Köchert. Mehr geht wahrscheinlich nicht mehr. Diamantsterne ins Haar zu flechten war fortan der letzte Schrei, sie besaß übrigens 27 Stück davon, die man als Brosche, Anhänger und Haarnadel tragen konnte. Nach dem Tode ihres Sohnes verschenkte sie ihre Markenzeichen, da sie es ablehnte jemals wieder Schmuck zu tragen.

Wir befinden uns im Jahr 1868, die industrielle Revolution ist in vollem Gange und Wien eine der wichtigsten und größten Metropolen der Welt. Der Firma A.E. Köchert wird das Amt des kaiserlichen Kammerjuweliers (im Gegensatz zu den Hofjuwelieren, derer es mehrere gab) verliehen, womit sie auch die Verantwortung für die kaiserliche Schatzkammer trägt. Diese Funktion hält A.E. Köchert bis zur Ausrufung der ersten Republik.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges kann die Firma bereits auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken und auch die kommenden schwierigen Jahre bis nach dem zweiten Weltkrieg, werden mit Flexibilität, Expertise (hier im Speziellen von Wilfried Köchert, einem Fachmann beim Thema Perlen) und dem unverkennbaren Stil des Hauses, gemeistert. Der Kundenkreis erstreckt sich nach wie vor weit über die Grenzen des Landes hinaus.

Abgesehen davon, dass Köchert es glänzend versteht die feine Linie zwischen Tradition und Zeitgeist zu bespielen, was hauptsächlich durch die zum größten Teil eigene Fertigung im Atelier am Neuen Markt möglich ist, sind A.E. Köchert auch Mitglieder von Les Hènokiens. Grob erklärt, handelt es sich dabei um eine französische Organisation deren Mitgliedsfirmen über 200 Jahre bestehen und immer noch von den Gründerfamilien geführt werden. Les Hènokiens operiert selbstredend international.

Das Unternehmen wird heute von Wolgang, Florian und Christoph Köchert geführt, höchste Ansprüche an Design, Materialien und Workmanship sind „state of the art“. Nur so überlebt man Jahrhunderte.

 

Diamonds are a girls best friend!

Elvira Trevira

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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