Featured Posts

The winner is: Urban Decay!
Liebe LeserInnen, gleich zu Beginn: Ihr könnt gewinnen, und zwar Lippenstifte von Urban Decay – und wie es funktioniert findet ihr am Ende des Posts raus!
View Post
Fashion Trends A/W 16/17
View Post
Vienna Fashion Week – Favorites
Die Vienna Fashion Week hat wieder begonnen, und wir stellen euch hier ein paar unserer Favoriten vor. Seid ihr diese Woche auch bei einer der Shows beim Museumsquartier dabei?
View Post
To top
1 Aug

Das Korsett

Das Korsett ist ein Kleidungsstück, das heute nur noch in der Lingerie seinen Platz findet und dort gehört es auch hin. Dem war aber nicht immer so, denn die ersten Überlieferungen stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Es waren versteifte Mieder, die den Oberkörper kegelförmig erscheinen ließen und die Brust flach hinauf drückten. Aus dem Grab von Eleonra di Toledo stammt das älteste erhaltene Exemplar, die Gute starb 1562.

Das Wort Korsett leitet sich vom alt-französischen „cors = Körper“ ab, es sollte den Körper der jeweiligen Mode anpassen. Die steife Form erlangte es durch Einarbeitung von Fischbein, zuvor verwendete man aber auch Federspiralen, Stahlspiralen und Horn. Im 18. Jahrhundert existierte der Begriff Korsett noch nicht, im deutschsprachigen Raum wurde von „steifen Miedern, Leibstücken, Schnürleibern oder Schnürbrüsten“ gesprochen – aber wahrscheinlich nur beim Schneider, da Bemerkungen über intime Themen dieser Art verpönt waren, mit Sicherheit in gemischter Gesellschaft.

Aus der Renaissance sind kaum Exemplare erhalten, da man zu dieser Zeit die Versteifungen noch in die Oberteile der Kleider selbst einnähte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wird das Kleid oder der Rock und die Jacke über dem Schnürleib getragen – es handelt sich ab diesem Zeitpunkt um Unterwäsche.

Auch im darauffolgenden 18. Jahrhundert bleibt die Form weitgehend unverändert – wie gehabt konisch, die Brust wird wiederum nach oben und zusammengedrückt. Ab der Taille stehen Zaddeln (bogig geschnittene Stofflappen) nach unten, die sich beim Schnüren spreizen, somit hat die Hüfte mehr Platz. Die Schnürung ist meist in der Mitte des Rückenteils, aus den eher seltener an der Vorderseite geschnürten Leibstücken, entwickelte sich im frühen 19. Jahrhundert das Trachtenmieder. Die Schnürleiber der Aristokratinnen waren aus feinen Stoffen und reichhaltig verziert.

Kurz nach der französischen Revolution beginnen die Taillen nach oben zu rutschen, da die Paniers (ovale Drahtgestelle die seitlich an der Taille befestigt waren) wegfallen, was auch das Korsett kürzer werden lässt.

Im Empire verlagert sich die Taillenlinie unter die Brust, diese wird nach wie vor angehoben, jedoch nicht mehr aneinandergedrückt, erstmals gibt es Körbchen, die vom „Blankscheit“ (ein kleines Brett, das vorne ins Mieder geschoben wurde, um eine gerade Optik zu erziehlen) getrennt werden. Es war in dem Sinne eigentlich kein Korsett mehr von Nöten.

Während des Biedermeiers um 1820, die Taille bewegt sich wieder an ihren angestammten Platz zurück und mit ihr auch das Korsett, werden die Schnürösen aus Metallringen erfunden, und zwar wurden diese 1828 patentiert und sind heute noch in ihrer ursprünglichen Form in Verwendung. Die Schnürung wurde durch die Erfindung des Planchet (zwei Metallschienen, die eine hatte Knöpfchen, die andere Ösen) erleichtert – diese Schnürung ist bis heute bei Korsetts gebräuchlich.

In der viktorianischen Ära, die Sanduhrfigur war der letzte Schrei und wir sprechen von der Mitte des 19. Jahrhunderts, reichten die Korsetts nur ein wenig unter die Taille. Um 1880 werden die Kleider vorne wieder anliegender und das Korsett verlängert sich bis unter die Hüfte.

Daraus entwickelt sich die S-Linie der Belle Epoque, wo das Planchet den Unterbauch nach hinten drängt und die Damen eine etwas unnatürliche Hohlkreuz-Pose einnahmen. Erstmals wurden Bänder an den unteren Rand des Korsetts genäht, die die Strümpfe mittels Clips halten sollten. Es entstand da unterhalb jedoch ein rechtes Gewurschtel, da unter dem Korsett auch noch ein dünnes Chemise (feines , längeres Unterhemdchen) getragen wurde, das den Strumpfhaltern ins Gehege kam.

Zum Fin de Siècle und mit der Frauenbewegung kam die korsettfreie Reformkleidung auf, Gustav Klimt war ein großer Befürworter davon, er deutet diese sackartigen Kleider auch in seinen Bildern an. Aber erst die Modeschöpfer des beginnenden 20. Jahrhunderts, allen voran Poiret und Coco Chanel (who else) entwerfen elegante Mode, die auf die Unterstützung eines Korsetts verzichtet. Dieser Stil der 1920er Jahre wurde übrigens Garconne-Stil genannt. Zu dieser Zeit benutzt man Hüfthalter mit elastischen Einsätzen, die von unter der Brust bis unter die Hüfte reichen um diese schmal erscheinen zu lassen, dies bleibt auch während des zweiten Weltkrieges noch so.

Christian Dior überrascht 1947 die Welt mit seinem „New Look“, der wieder einmal die Taille sehr betont und für kurze Zeit gibt es ein Aufflackern eines kleinen Taillenkorsetts, danach wars aber endgültig vorbei damit.

Jean Paul Gaultier steckte Madonna in den 1980er Jahren nochmal in ein Korsett, aber heute wird es freiwillig eigentlich nur von Gothic oder Steampunk Anhängerinnen getragen, wobei ich mich für diesen Look durchaus erwärmen kann.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde immer wieder über die gesundheitsschädliche Wirkung des Schnürens spekuliert, ob es wirklich so war, werden wir wohl nie erfahren, ebenso wem es eingefallen ist, die Körper der Frauen so derartig einzuschnüren. Ich für meinen Teil glaube ja – aber das ist meine persönliche Verschwörungstherorie – das es irgendwelche alten Säcke aus der Katholischen Kirche waren, deren Anliegen es war, die Frauen auf diese Weise noch mehr zu unterdrücken und einzuengen.

See you soon,

Elvira Trevira

 

http://www.marquise.de
www.wikipedia.org

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

Leave a reply

Instagram