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22 Jun

Daniel Moser After Work

Meiner bescheidenen Meinung nach, das beste Kaffeehaus der Stadt, das den kosmopolitischen Flair einer „Italian Bar“ hat und definitiv die ultimative Location für die täglichen „After Work – Drinx“ ist – es bleibt nie bei nur einem!

Im September 1683 war Wien seit bereits 60 Tagen vom osmanischen Heer umstellt und den Wienern fiel auf, dass die Gegner im Kampf kaum Ermüdungserscheinungen zeigten. Bald war klar, dass dies wohl mit dem Genuss einer dunklen Flüssigkeit zusammenhängen musste, die im türkischen Lager ununterbrochen getrunken wurde. Polnische Truppen unter Sobieski eilten den Wienern zur Hilfe und schlugen die Belagerer in die Flucht – einige Säcke mit Kaffeebohnen wurden in der Hektik zurückgelassen – glücklicherweise – es war die Geburtsstunde der österreichischen Kaffeekultur.

Zu dieser Zeit trafen sich Reisende und Händler in der Gegend um den Wiener Schwedenplatz und der heutigen Rotenturmstraße. Dort war auch das Maut- und Waaghaus angesiedelt, wo Waren aus aller Welt abgefertigt wurden. Die Legende erzählt, dass der armenische Spion Johann Diodato (er generierte Intelligence bei der Belagerung Belgrads und sein richtiger Name war Owanes Astouatzatur) von Kaiser Leopold I. zur Belohnung für seine „Dienste“ die Erlaubnis für den Ausschank des „Thürkischen Gethränks Chava“ (Kaffee) bekam, das passierte am 17. Jänner 1685. Der rührige Agent eröffnete ein Lokal am Platz der heutigen Rotenturmstraße No 14 und somit das erste Wiener Kaffeehaus. Es war mit einigen Tischchen und ein paar Holzbänken eingerichtet und im Nu hatten sich die Wiener in das neue Getränk verliebt – bis heute!

Die Holzbankerln sind mittlerweile klassischen Kaffeehaus-Möbeln gewichen und seit Anfang der 80er Jahre heißt das geschichtsträchtige Lokal mit den hohen Rundbögen „Daniel Moser“. Benannt wurde es nach dem gleichnamigen Wiener Bürgermeister, der zwischen den Jahren 1610 bis 1637 dieses Amt drei Mal ausübte und zwei Jahre später starb. Er war ein hard-core Katholik und eifriger Unterstützer der Gegenreformation, was ihn 1606 in den Ritterstand katapultierte. In seinem letzten Lebensjahr erwarb er die Herrschaft Ebreichsdorf und durfte sich sodann Moser von Ebreichsdorf nennen. Die Mosergasse im 9. Wiener Bezirk ist seit 1874 ebenfalls nach ihm benannt.

Durchgestylt von der Verpackung des Kaffees, über die Tassen, bis hin zu den Untersetzern, die an heißen Sommertagen die Kondensflüssigkeit der eiskalten Drinks auffangen, hat sich die Marke „Daniel Moser“ bereits weit über die Grenzen Österreichs, sogar bis hin nach Australien ausgebreitet. Die Philosophie des Unternehmens (Schärf-Gruppe) lautet „from crop to the last drop“, was schon auf der Kaffeeplantage „escuela de cafe“ in Costa Rica beginnt, wo ausschließlich Arabica-Bohnen handgepflückt werden. Der Kaffee wird in Schärf-Espressomaschinen zubereitet und in „Daniel Moser“ Tassen mit einem Glas Wasser serviert. So schmeckt er am besten.

Im „Daniel Moser“ kann man sich täglich ab acht Uhr morgens zum Frühstück verabreden, Geschäftspartner mittags kurz zu einer Besprechung treffen, oder einfach an lauen Sommerabenden bei Prosecco oder Gin- Tonic im Schanigarten chillen. Das Volk auf der Rotenturmstraße zu beobachten, gestaltet sich durchaus unterhaltsam.

Als Stammgast äußert man seine Wünsche nicht mehr wirklich, kaum ist das Popscherl am Bankerl gelandet, steht das jeweilige Getränk schon da. Abends immer in Begleitung von einem Schüsserl Erdnüsse oder Chips – very mediterranean! Wer zwischendurch Hunger verspürt, bestellt einfach aus der großen Auswahl an „Bagels“. Ein Wand-Tatoo an der Stirnseite des Lokals, enthüllt die Geheimnisse dieses Gebäcks und zwar in wienerischem „Jiddisch“.

Zum Kaffee oder dem Drink gehört natürlich eine Zigarette, auch die kann man dort rauchen, oder auch einzeln oder als Packerl bestellen, ohne sich schief anschauen lassen zu müssen. Das „Moser“ wird einerseits von Stammgästen bevölkert, der eine oder andere Tourist findet aber auch seinen Weg hinein. Von sehr junger, bis zu etwas betagterer Klientel – im „Daniel Moser“ sind alle willkommen – und fühlen sich wohl, was man daran erkennt, dass manche Gäste mehrmals täglich auftauchen, oder andere einfach nicht mehr nach Haus gehen. Für mich ist es jedenfalls mein verlängertes Wohnzimmer mit Schanigarten.

I like my coffee how I like myself: Dark, strong and too hot for you!

Polly Perlon

www.danielmoser.at

Elvira Trevira
Elvira Trevira

Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: elvira.trevira@blog-mag.net

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