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25 Nov

Carnaby Street Soho

Es kennt sie jeder und jeder der schon mal in London war, ist sie entlang spaziert. Die Carnaby Street – Urban Legends umweben sie. Sie galt als Brutstätte durchgeknallter Designer und als Schauplatz der wildesten Exzesse Swinging Londons – aber was ist davon noch übrig?

Eine winzige Gasse, deren horrende Mietpreise sich nur mehr riesige Modekonzerne leisten können. Aber alles fing halbwegs gut an und zwar 1682, als der Ziegelleger Richard Tyler die Straße auspflasterte und sie nach dem Karnaby House benannte.

Danach folgte die Pest und die von ihr Befallenen wurden dort in den Pesthäusern untergebracht. Später wurde rechts die Regent Street hingeknallt, übrigens die erste Straße der Welt, die als Einkaufsmeile konzipiert war. Die Carnaby ist auch locker zu erreichen, liegt sie doch zwischen den Underground-Stationen Oxford Circus und Piccadilly Circus. Die Cholera suchte London und somit Soho Mitte des 19. Jahrhunderts heim, eines der Epizentren war die Carnaby Street.

Daraufhin wurde es ruhig auf der Gasse, bis in den 1950ern die ersten Boutiquen eröffneten, die Kleidung für junge Menschen anboten. Der verstaubte Nachkriegskram wurde verpackt und die Carnaby Street lieferte die steilen Looks.

Swinging London

Ein Jahrzehnt später diente die Carnaby Street als Inspiration für Kreative und Künstler, alles was nicht genormt war, kochte dort sein Süppchen. Verschiedene Kulturen, die neue aufregende Musik, Rebellen aller Art fanden sich auf der Carnaby zum Stelldichein. Die Stars dieser Zeit hingen in den heißesten Clubs Londons rum, viele davon waren auf Carnaby oder in ihrer engsten Umgebung angesiedelt.

Geile Typen wie Jimi Hendrix, The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks, The Small Faces, The Who, Peter Sellers und Stil Ikonen wie Brigitte Bardot, Jean Shrimpton, Twiggy und ihre ZeitgenossInnen trieben sich nächtelang auf der Carnaby rum. Psychedelic Rock wurde immer populärer und Bands wie Pink Floyd und The Jimmy Hendrix Experience installierten eine psychodelische Underground Szene in London. Den Ausdruck „Swinging London“ prägte übrigens das Time Magazine.

Abgefahrene Sachen passierten – beispielsweise bat der Besitzer der Boutique „Tom Cat“ Irvine Sellar, seinen Bekannten Tom Jones, die Carnaby Street mit einem Geparden an der Leine rauf und runter zu spazieren, irgendein Starlet war auch noch dabei. Ebenso 1966 veröffentlichten die Kinks ihr Album „Dedicated Follower of Fashion“, wo sie die „Carnabetian Army“ besingen. In der Boutique „Lady Jane“, auf Carnaby Street No. 29, verwendete man die Auslagen als Umkleidekabinen, was darin resultierte, dass Mr. Moss, der Besitzer, wegen Behinderung und Blockade eines öffentlichen Platzes verhaftet wurde.

Modetechnisch zu erwähnen wäre der „Parisian Chic“ mit dem ”Baby Doll Look”, kombiniert mit langen, engen Lackstiefeln – Mary Quant erfand den Minirock und in der ersten Hälfte der 60er war die Brit – Mode definitiv vom Mod-Style geprägt, der dann gegen 1967 hin immer mehr hippiesquen Einflüssen Platz einräumte. Die Mode erfand sich täglich neu, speziell auf der Carnaby. Pop Art segnete die Designer mit geometrischen, plakativen Mustern wie Streifen, Polka-Dots und anderen Formen, häufig in schwarz/weiß. PVC Regenmäntel und das Haar im Bob-Style waren „hot as hell“ und Twiggy wurde als ”The Queen of Mod” und das Gesicht des Jahres 1966 gefeiert.

1973 wurde die Carnaby Street zur Fußgängerzone umfunktioniert und das ikonische „Carnaby Street Welcomes the World“ Schild wurde installiert. Drei Jahre später eroberte „Punk“ die Carnaby im Sturm mit den Sex Pistols, deren Mastermind Malcolm McLaren und Vivienne Westwood, der Göttin der Punk Fashion. Der Rest ist Legende. 1977 veröffentlichte The Jam den Song „Carnaby Street“, die B-Seite zu „All Around The World“.

God Save the Queen

Egal ob man Mod, Punk, Rocker oder Goth war, „Carnaby Street was your fashion home“.

„Moi, je suis l’antéchrist – moi, je suis l’anarchiste!“    („L’Anarchie Pour Le UK“ – Sex Pistols)

Polly Perlon

Polly Perlon
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Schreib mir: polly.perlon@blog-mag.net

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