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28 Jan

Bikerjacket = Fashion Icon!

Ein Bikerjacket ist nicht nur mehr den Herren der Schöpfung vorbehalten, seit den 70er Jahren – damals nicht so häufig wie heute – entscheiden sich viele Mädels für dieses lässige Kleidungsstück. Sie wurde von einem rein funktionalen Kleidungsstück für Piloten und Motorradfahrer zu einer Fashion-Icon, die nun schon Jahrzehnte überdauert. text

Man muss zwischen Lederjacken, die fürs Motorrad und den Fashionjackets unterscheiden. Die eine ist explizit für die Sicherheit auf der Straße konzipiert, die andere eine reine Modeangelegenheit, die einem bei einem Sturz kaum schützen kann.

Bikerjackets werden aus verschiedensten Lederarten hergestellt. Die Palette reicht vom Antilopen-, Wild-, Lamm-, über Schafs-, bis zum Rindsleder. Die Häute werden fast ausschließlich von Tieren genommen, die für die Nahrungsmittelindustrie geschlachtet werden. Nach der Schlachtung werden die Tiere gehäutet, danach wird die Haut gekühlt und eingesalzen, oder in Salzfässer gepackt. Anschließend werden sie in die Gerbereien transportiert um dort den diversen Gerbeprozessen unterzogen (sehr umweltschädlich und menschenfeindlich, speziell in Indien und Pakistan). Danach kommen die weich gegerbten Häute in die Nähereien, wo zugeschnitten, genäht und alle Zutaten wie Zipps, Ösen, Druckknöpfe etc. angebracht werden.

Die größten Leder Produzenten sind die Staaten Indien, Pakistan, Mexiko, Canada und die USA. Die Alternative zu echtem Leder ist Polyurethan, sieht so aus, greift sich beinah so an, riecht aber nicht nach Leder. Die Herstellung ist vom ökologischen Standpunkt auch nicht so ganz einwandfrei.

FASHION ICON

Während des ersten Weltkrieges trugen deutsche Kampfpiloten, sogenannte Bomberjacken (diese Bezeichnung gilt aber erst im WW2), als schützende und wärmende Oberbekleidung über der Uniform. Diese Jacken waren braun eingefärbt. Meist aus Schafsleder, das auch auf der Innenseite mit dem Fell belassen wurde. Während der russischen Revolution trugen die Bolschewiken Lederjacken.

1928 entwarf und produzierte der New Yorker Regenmantel-Hersteller Irving Schott eine Lederjacke für Motorrad Fahrer. Er nannte sie Perfecto, nach seiner Lieblingszigarre. Sie ist die Mutter aller Lederjacken. Ausgestattet mit Zippverschlüssen statt Knöpfen, der vordere Zipp wird asymmetrisch eingenäht, sodass sich die Revers überlappen können beim Verschließen. Vom Schnitt schmal und mit etlichen für Biker sinnvollen Features ausgestattet. Die Jacken wurden über einen Harley-Davidson-Händler verkauft und über Nacht zum Hit. Sie waren meist aus Ziegen-, Pferde- oder Rindsleder. Ursprünglich braun erst später in den 50ern schwarz.

Für den Erfolg des schwarzen Modells waren vor allem die Kostümbildner des Films „Der Wilde“ verantwortlich, mit Marlon Brando in der Hauptrolle. Inspiriert von den Hollister-Riots in Kalifornien 1947, wo ein Member des MC Boozefighter bei seiner Verhaftung eine schwarze Lederjacke trug – das Bild war in einem Artikel im LIFE Magazin zu sehen.

Von da an trugen in den 50ern die „Greasers“, die in GB „Rockers“ genannt wurden diese Jacken. Ein berühmter Freund der Lederjacke war Elvis Presley. In den 60ern sah man Steve McQueen im Bikerjacket mit dunklen Aviator Shades – und Yves Saint-Laurent brachte sein erstes Schott-Derivat aus Aligatoren-Leder auf den Laufsteg – Schott gefiel das gar nicht.

Mit “Women`s Liberation“ in den 70ern und der Hippie-Ära fingen auch Frauen an Bikerjackets zu tragen. In den späten 70ern und frühen 80ern entdeckten die Punks das Kleidungsstück für sich und pimpten es mit silbernen Nieten, Stacheln und applizierten die Logos ihrer Bands. Sid Vicous von den Sex Pistols soll darauf bestanden haben in seiner Lederjacke begraben zu werden. Auch auf dem offiziellen Polizeifoto (1978) bei seiner Verhaftung, nachdem er seine Freundin Nancy Spungen im Chelsea Hotel in N.Y. ermordet hatte, ist er mit dieser Jacke zu sehen.

Ab da war das „Badass-Image“ des Bikerjackets für immer manifestiert. Die Ramones waren zwar nicht so gewalttätig, trugen aber auch sehr gern Lederjacken. In den 90er übernahmen Grunge-, Alternative-, so wie Indie-Rock Bands, die Aufgabe die Lederjacke nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, stark unterstützt von Supermodels wie Kate Moss.

Wie bei vielen Kleidungsstücken, die vom Militär ins tägliche Leben übernommen wurden, ist es auch bei der Lederjacke so, dass hauptsächlich die Funktionalität, die Langlebigkeit auf Grund des Materials und die fast immer gleiche Optik, sie zu einem Klassiker werden ließen. Das ihr von diversen Subkulturen verpasste Badboy-Image war zwar ursprünglich ungewollt, hat  aber sicher nicht geschadet. Heute ist eine Lederjacke in jedem Fall salonfähig, je älter desto besser, denn eine gewisse Patina gehört zum guten Ton.

„Biker chicks want a bad boy.“   (Theo Rossi, *1974, amerik. Schauspieler)

Polly Perlon

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